Stream: Parts & Labor - Receivers

Seit dem großartigen, teilweise halsbrecherisch schnellen Mapmaker hat sich einiges verändert bei Parts & Labor: Neuer Drummer, zusätzliche Gitarristin und auf dem neuen Album auch eine neue, fokussiertere Herangehensweise. Die Melodien der New Yorker sind dabei so hymnisch wie zuvor, werden mit gedrosseltem Tempo nun aber klarer in den Vordergrund gerückt. Ich fürchte aber dass auch Receivers nicht als Entspannungsmusik durchgehen wird, bisher hat beim Anhören mein Fuß noch nicht zu wippen aufgehört.

[Stream] Parts & Labor - Receivers

Stream: Jay Reatard - Matador Singles '08

So häufig wie er seit Blood Visions neues Material veröffentlichte konnte man den Verlauf von Jay Reatards Solokarriere zuletzt sogar in monatlichen Episoden mitverfolgen. Nachdem seine Singles und EPs der vergangenen beiden Jahre bereits vor Kurzem auf Singles 06/07 versammelt wurden sind nun seine punkigen Popsongs auf Matador an der Reihe kompiliert zu werden, folglich heißt das heute erschienene Werk dann auch Matador Singles '08. Die ersten beiden Singles habe ich damals noch gehört, seitdem bin ich mir aber auch schon sicher dass der Rest kaum enttäuschen wird.

[Stream] Jay Reatard - Matador Singles '08

Konzert: M83


Vor 5 Jahren, als Dead Cities, Red Seas & Lost Ghosts herauskam, hätte ich mir ein M83-Konzert sehr anders vorgestellt als das was sich gestern im Luxor abspielte. Auf seinem zweiten Album erschuf Anthony Gonzalez, damals noch im Duo mit Nicolas Fromageau, bestechend schöne Klanglandschaften und ahmte mit elektronischen Mitteln die Gitarrenwände der Shoegazer nach. Live wären da ein bestuhlter Saal und eine große Leinwand mit bewegten Landschaftsaufnahmen im Breitbild völlig angemessen gewesen, doch seitdem hat sich einiges geändert. Schon ein Album danach traten Gitarren kaum verfremdet in den Vordergrund mehrerer Stücke, eines hieß ja auch A Guitar And A Heart, und die Single Don't Save Us From The Flames zeigte sowohl Gonzalez' Gesang als auch seine Liebe zum Popsong. Aus letzterer erwuchs schließlich Saturdays = Youth das Gonzalez und seine Band gestern live vorstellten - aber zum Glück noch viel mehr.

Bereits menschenleer sah die Bühne beeindruckend aus: Hinten links war das Schlagzeug, ausgestattet auch mit einem digitalen Drumpad, vom Rest der Band durch eine Plexiglaswand abgeschirmt, davor der Gitarrist. Die rechte Hälfte der Bühne wurde von zwei sich gegenüberstehenden Synthesizerbauten belegt in deren Mitte ein innen von Kabeln durchzogener und von blauen Lichtern erleuchteter mysteriöser Glaskasten stand, auf diesem wiederum thronte ein Mac der auf Knopfdruck dann die Show eröffnete.

Es begann verhalten, auch weil die ersten beiden Stücke live etwas ungewohnt klangen war ich zunächst etwas skeptisch. Das änderte sich als das erste Stück mit tiefem Bass aus dem Lautsprecher mein Gesicht zum Flackern brachte, das war der imposante Sound auf den ich gehofft hatte (und vor dem ich ohne Hörschutz etwas Schiss gehabt hätte). Bald kamen auch die flotteren Popsongs wie Kim & Jessie dran zu denen man mehr als nur seinen Nacken bewegen konnte, im Wechsel mit den epischen Instrumentals des zweiten Albums und den düsteren Klängen von Before The Dawn Heals Us ergab das eine herrliche Mischung.

Gonzalez wechselte immer wieder zwischen Gitarre und seinem Bau aus Keyboards, Knöpfen und Schaltern und wusste seine nicht besonders starke Stimme erfreulich gut einzusetzen, die gesangliche Klasse ging aber von seiner Gegenüber Morgan Kibby aus die live viel besser zu hören war als auf den Alben, so verlieh sie mehreren Stücken eine zusätzliche eigene Note. Auch unbedingt hervorzuheben ist die Leistung des Drummers, wegen des reflektierenden Walls war es zwar nicht immer klar zu sehen welche Teile der Beats gerade von ihm und welche von der Elektronik kamen aber bei den dichten Fills die Gonzalez so gerne texturenhaft einsetzt konnte man ihn auf jeden Fall hart arbeiten sehen.

M83 spielten eins der wenigen Konzerte in letzter Zeit das mir keine Sekunde zu kurz vorkam, spielten auf jeden Fall alle neuen Songs die ich hören wollte aber sicher auch genau so viele ältere, insbesondere war ich erfreut dass so ein Sechsminüter wie Gone seinen Weg ins Programm fand. In solchen Momenten kamen dem Auftritt die ausführlich verwendete Nebelmaschine und die Flackerscheinwerfer zu Gute, aber auch zum Schluss als M83 die Stampfer A Guitar And A Heart und als spektakuläre Zugabe die epische Fassung von Couleurs auspackten sah man im Flackerlicht effektvoll die Menschen auf und vor der Bühne rhythmisch mitgehen. Das war wirklich der Höhepunkt, besonders als ich gerade schon high vor Glück war und das Stück nach einem Abebben bumerangartig noch einmal, noch größer ansetzte. Wortkarg wie ab und zu auch schon vorher zwischendurch bedankte sich Gonzalez anschließend beim enthusiastisch klatschenden Publikum und verschwand von der Bühne. Das Outro überließ er wieder seinem Mac - neben dem Intro das einzige Mal an diesem Abend wo die Elektronik der Star war.

Shred Yr Face

Was würde man dieser Tage doch gerne im Vereinigten Königreich leben. Los Campesinos! führen dort gerade eine der bestbesetzten Touren des Jahres durch, mit No Age und Times New Viking haben sie sich zwei großartige Bands über den Atlantik geholt und wollen auch darüber hinaus diese gemeinsamen Abende zu etwas Besonderem machen. Das beginnt schon damit dem Kind einen Namen zu geben, außerdem hat die Shred Yr Face-Tour eine eigene Webseite mit täglichen Blogeinträgen und Videos. Sogar einen Twitter-Feed gibt es, da erfährt man dann neben minutiösen Details auch praktischerweise dass einer der Instore-Gigs heute kurzfristig abgesagt werden musste.

Told you we'd make it


Broken Social Scene - Almost Crimes

Ah, ich weiß noch wie ich vor ein paar Jahren - als ich noch einen hatte - den Fernseher einschaltete, und bam!, Broken Social Scene im Nachmittagsprogramm. Ich glaub das hab ich vor Begeisterung noch am selben Abend freudig in der Kneipe rumerzählt, auch wenn da nur 2 Leute ne Ahnung hatten wovon ich faselte. Vorletzte Woche hab ich das Video zu Almost Crimes für mich wiederentdeckt, wie da Feist das Mikro schwingt und mit Kevin Drew swingt und alle überhaupt so großartig am Abzappeln sind, ich liebe diese Energie. Und wenn ich mir das so ansehe tret ich mir gleich nochmal in den Arsch diese Band in all den Jahren immer noch nicht live gesehen zu haben:

Stream: Gang Gang Dance - Saint Dymphna

Ich glaube ich habe meine enthusiastische Antizipierung von Gang Gang Dances neuem Album hier in den vergangenen Wochen zur Genüge kundgegeben, da ich auch erst nächsten Freitag wenn ich mein Exemplar in den Händen halte beabsichtige mir Saint Dymphna anzuhören gibt es nichts Neues was ich an dieser Stelle schreiben könnte. Hier also einfach der Verweis auf 3voor12 wo sich jeder selber seine Meinung bilden kann, dafür sind Albumstreams ja schließlich da.

[Stream] Gang Gang Dance - Saint Dymphna