Konzert: Jaguar Love


Bevor sich die Konzertsaison in den Sommerurlaub verabschiedet gab es gestern doch noch mal etwas Sehenswertes, Jaguar Love, die erste Nachfolgeband der Blood Brothers (RIP) ist nämlich mutigerweise während der EM groß in Europa unterwegs. Live gesellten sich zur Kernbesetzung von Drummer Jay Clark (Ex-Pretty Girls Make Graves) und den Ex-Brothers Johnny Whitney und Gitarrist Cody Votolato noch ein Bassist im Hautengen Disco-Outfit der Vince Noir erstaunlich ähnlich sah und ein Keyboarder ganz in weiß (den ich eine halbe Sekunde für Andrew W.K. hielt). Gleich zu Anfang zeigte sich der Vorteil mehrjähriger Bühnenerfahrung, Whitney bat die im Luxor versprenkelte Menge doch etwas näher nach vorne zu kommen was eigentlich immer ein guter Trick ist um den Kontakt zum Publikum zu intensivieren.

Whitney in Camouflage (heh) und Weste hielt sich dann wie zu erwarten war mit seinen Bewegungen so wenig zurück wie mit seiner für Unvorbereitete sicher irritierende Stimme, kam mir auch ein gutes Stück lockerer vor als auf dem Blood Brothers-Konzert vor fast genau einem Jahr, kletterte immer wieder auf nen Lautsprecher wenn er nicht gerade moonwalkte(!). Die bisherigen Stücke auf Myspace deuteten schon auf eine famose Mischung aus Post-Hardcore, Funk, Pop und wer weiß was noch hin, zusammen mit Whitney der seiner Stimme immer noch neue Facetten abgewinnen kann ergibt das wirklich eine außergewöhnliche Gruppe. Im Verlauf des Sets wurde ich auch immer wieder an den Geisterbahn-Pop der Unicorns erinnert, doch gerade als ich meinte den musikalischen Rahmen von Jaguar Love halbwegs abgesteckt zu haben wurde dieser wieder gesprengt mit einem unerwartet rasanten Song den man am Anfang hiervon hören kann.

Vermutlich wäre das Konzert noch besser gewesen wenn das Debütalbum bereits erschienen wäre, zum Einen weil bei mir die Songs selten beim ersten Hören schon richtig zünden und zum Anderen weil die Band live noch gar nicht genug Songs für ein ganzes Album auf Lager zu haben schien. Dafür gefielen mir aber die Sachen die ich schon kannte sehr, insbesondere das soulige Georgia Take Me To The Sea, My Organ Sounds Like..., das den dringlichen Beat von This Is Our Emergency mit einer Whitneyschen Gesangsdarbietung verbindet die stellenweise nicht von den Chipmunks zu unterscheiden ist, und Bats Over The Pacific Ocean dessen glückseliges Glockenspiel im Refrain auch live gut rüber kam. Letztendlich machten Jaguar Love das Beste aus einem kurzen Set: sie ließen einen hungrig nach mehr zurück.

[MP3] Jaguar Love - Bats Over The Pacific Ocean

Jaguar Loves Myspace

Girl Talks neues Album jetzt für umsonst oder mehr zum Runterladen


Gregg Gillis aka Girl Talk machte vor 2 Jahren mit seinem enorm unterhaltsamen Night Ripper von sich reden, einem Album das mit seinen Nonstop-Samples genüsslich die Popgeschichte plünderte. Jetzt ist das neue Album Feed The Animals in Form von 320kB/s-Mp3s ohne DRM für jedermann zum Wunschpreis erhältlich, für 5$ und mehr kann man auch FLAC-Files bekommen und ab 10$ (also beim derzeitigen Kurs etwa 1,50€) gibt's sobald sie erscheint die CD hinterhergeschickt. Die Bezahlung läuft über Paypal, ist also auch für Nicht-Kreditkartenbesitzer möglich.

Girls Talk - Feed The Animals

Ein Interview dazu gibt es auf Pitchfork:

"So for this one, I feel like I'm in a fairly lucky situation to have people who want to hear it already before even hearing it. That much is a rare thing in my career so far. I think what we went for seems like an obvious game plan now, just because as soon as it hits the internet, anyone who reads the internet can get it for free if they want to. So why not tap in and let them actually take a step back and think about it, and maybe offer some money? It seemed to make sense, especially because kids who listen to my music are probably fairly attached to the internet and can get it for free if they actually want to."

Where Did You Learn To Stagedive With Such Grace?



So großartig dieser Trailer auch ist, da die DVD niemals veröffentlicht wurde wird man wohl nie herausfinden ob dieser Film wirklich aus nichts als Moshballerinas und Flugakrobaten bestanden hätte. Wahrlich ein herber Verlust der Filmgeschichte, der Typ im Jason-Kostüm der mit gestrecktem Säbel angeflogen kommt ist so ziemlich das Coolste was ich je von einer Bühne habe abheben sehen. [via]

Neues Von Jay Reatard, Blank Dogs


So sieht wohl Erfolg aus. Gestern Abend ging die Seite auf der man die dritte Matador-Single von Jay Reatard vorbestellen kann online, heute morgen war die 7'' schon ratzfatz ausverkauft. Dabei kann man Always Wanting More nicht nur alternativ als Download erwerben, im Herbst wird sie zudem mit den anderen bis dahin erschienenen Singles als Album rausgebracht und ist ohnehin schon seit Wochen auch als Gratis-Mp3 im Netz. Screaming Hand und An Ugly Death, die zunehmend ohrwurmigen B-Seiten der ersten beiden Singles, können derweil auf Myspace angehört werden.

[MP3] Jay Reatard - Always Wanting More


Auch bei Blank Dogs ist man als Vinyl-Fan in der Regel schneller an der Musik, wer technisch dementsprechend eher schlecht ausgestattet ist darf sich aber nächsten Monat auf die CD-Version des ersten Albums On Two Sides bei Sacred Bones freuen. Fraglich ist allerdings ob da die beiden Tracks der Bonus-Kassette mit dabei sind, sollte dem nicht so sein gibt es das herrliche sumpfig-stampfige Spinning und Nothing UGC wie immer auf dem BD-Blog. Und ganz frisch: das m.W. bisher gänzlich unveröffentlichte Red World auf Blank Dogs' Myspace.

Die Pipettes mit neuer Besetzung

So dubios das klingen mag, aber das erste was mir bei den Clips der neuen Pipettes-Besetzung positiv auffiel war die Choreographie. Auch wenn das Timing verständlicherweise bei diesem Auftritt nicht perfekt ist sind da schon einige Tricks erkennbar die es bei den Pipettes V1.1 nicht zu sehen gab, sowohl synchrone als auch asynchrone. Aber verdammt, Heart's A Bomb ist schon nach einem Hören nicht mehr aus meinem Kopf zu kriegen und lässtt mit seinen Disco-Synths die 60er als primäre Inspirationsära klar und weit hinter sich.

Einen ausführlicheren (und enorm vielversprechenden) Eindruck von einem der ersten Auftritte der neuen Pipettes gibt es bei Jessica Popper, wobei ich noch anmerken würde dass mit zwei Sängerinnen "nur" 2/7 der Gruppe geändert wurden und nicht 2/3. Don't forget The Cassettes.

The Worst Song That Ever Lived

Ah, Something Awful belebt die "Your Band Sucks"-Kolumne wieder, und das mit einer Band die ich wohl bis vor Kurzem (genauer: bis Beverly Hills) noch verteidigt hätte. Aber damit ist nun wohl endgültig Schluss, nach dem kurzen Hoffnungsschimmer gab es dann das rote Album mit dem ersten Song des Jahres der so scheiße ist dass mir beim Zuhören schlecht wird. Will nicht wissen wie oft der Autor sich den antun musste um ihn so herrlich auseinanderzunehmen.

"Let's say there's a jovial, quirky fellow who laughs off his many failings with the catch phrase "I'm the greatest at everything." People who know him might find this act endearing. But if the guy, feeling emboldened, gets "I'm the greatest at everything" tattooed across his chest, and if he swears off shirts forever to display his indelible inkings, and if he secretly worked out for months so the words would look extra-impressive across his taut, oiled pectorals, well, any uninitiated observer will think he's a ridiculous asshole with delusions of grandeur, and even his old office buddies might reassess his intentions and his appeal. Weezer has become that guy, and it just doesn't matter anymore that they got the disclaimer "p.s., just kidding" tattooed in 3-point font underneath the garish "greatest" banner."
Garbage Day - Weezer: The Worst Song That Ever Lived