John Maus


Da derzeit die meisten Sachen die mich interessieren nicht in Deutschland erscheinen beginnt das Musikjahr ungewohnt zögerlich, Warten auf den Import ist schon zur Gewohnheit geworden. Aber es gibt auch Ausnahmen, so kommen diesen Freitag gleich mehrere Alben des hier öfters gelobten britischen Upset The Rhythm-Labels raus, darunter das Gowns-Album und Love Is Real, das zweite Album von John Maus. Der schafft es mit seinem funkelnden Synthpop einen akustischen Zwischenraum zu bewohnen, ist auch wenn man sich drauf konzentriert nie ganz zu fassen, wie Musik die man im Halbschlaf hört und nur bruchstückhaft in Erinnerung bleibt. Bestens in Erinnerung bleibt aber sicherlich seine Stimme in Do Your Best, ein halbtoter Bassklang der wehmütig brummt ohne dass sich diese Stimmung drückend auf den Hörer überträgt.

[MP3] John Maus - Do Your Best
[MP3] John Maus - My Whole World Is Coming Apart
[MP3] John Maus - Pure Rockets

John Maus' Myspace

Oh Dad ...

Meine Damen und Herren, das Photo des Jahres!

Pop! Huh! Yeah!

Was macht den Reiz von Popmusik aus? Der Art Of Noise-Mitbegründer, Musikjournalist und -enthusiast Paul Morley begab sich für eine exzellente BBC-Sendung auf die Spuren von 6 seiner Lieblingssongs um zumindest ein paar Antworten auf diese Frage zu finden, traf alte und junge gleichfalls popbegeisterte Musiker (u.a. die Sänger von Madness und New Young Pony Club, Robert Wyatt, Richard X, den Drummer der Smiths und in einer leicht bizarren Begegnung die Sugababes) und wirft einen Blick auf die Geschichte der britischen Popmusik.

Pop! What Is It Good For? ist Gott sei Dank mal nicht in diesem fürchterlichen Sprechende-Köpfe-Stil gedreht sondern verfolgt Morley recht locker auf seiner Reise so dass auch schon mal ein Mikro oder die Stimme des Regisseurs aus dem Off auftauchen. Morley betrachtet dabei nicht nur die Entstehung eines Songs sondern auch z.B. das zugehörige Musikvideo, wohl wissend dass es eben nicht "nur um die Musik" geht. Eine ausführliche Auflistung aller vorkommenden Musiker und Songs findet sich hier, das einstündige Video gibt es in drei Teilen auf Google Video zu sehen.

[Video] Pop! What Is It Good For? Teil 1 Teil 2 Teil 3

Stream: The Mae Shi - HLLLYH

Öh ja, das beantwortet dann meine Frage ob The Mae Shi ein gänzlich unbeklopptes Album gemacht haben könnten. Dem ist ganz sicher nicht der Fall, in meinem Kopf zeichnete sich mehrmals nur ein großes buntes WTF beim ersten Anhören von HLLLYH ab. Wie Glücksrad-Veteranen schon durch Einsetzen der korrekten Vokale erraten konnten deutet der Titel Biblisches an, tatsächlich ist es ein Konzeptalbum über nicht weniger als die Apokalypse geworden. Was man an der Musik allein aber kaum ausmachen könnte, die zuckt wild in alle möglichen Richtungen und lässt mich vorsichtig vermuten dass The Mae Shi hiermit ihr Crimes geschaffen haben könnten. Mit Sicherheit eines der seltsamsten Alben des Jahres im besten Sinne, featuring the Internet smash hit Run To Your Grave.

[Stream] The Mae Shi - HLLLYH

Cut Copy


Nanu, von ihrem Fabric-Mix ausgehend dachte ich immer Cut Copy wäre noch so eine Zwei-Mann-Filtergeboller-Sache, aber tatsächlich sind die Australier nicht nur zu dritt sondern vor allem auch mit Gitarre und Schlagzeug unterwegs. Nicht dass das grundsätzlich besser wäre, nur hatte ich sowas wie So Haunted einfach nicht erwartet. Beginnt fast schon Interpol-artig, hebt aber nach viel Gesang über Satelliten mit Funkelsynths schnurstracks gen Sternenhimmel ab. Die ebenso herrlich klingende Single Light & Music stammt gleichfalls vom kommenden Album In Ghost Colours für dessen Produktion Tim "50% der DFA" Goldsworthy verantwortlich ist.

[MP3] Cut Copy - So Haunted
[Video] Cut Copy - Lights & Music

Cut Copys Myspace