It's Not Over Yet

Blöde Gerüchte blöde

Neues Von Glass Candy



Es ist schon bemerkenswert wie konsequent das Label Italians Do It Better und dessen Bands die Ästhetik von spätsiebziger Disco verinnerlicht haben, von der Musik und deren Coverdesign über glamouröse Strandfotos(!) bis hin zu Videos. Digital Versicolor steckt voll so Technicolor-bunter Farben dass ich mir echt nicht sicher bin ob das nun neu gemacht oder ein Zusammenschnitt aus einem alten Giallo ist (und singt Ida No da nicht sogar "This is Giallo" ?).

Und das Video ist nicht das einzige was Glass Candy ins Netz gesetzt haben, in den nicht mal 4 Wochen seit ich zuletzt über sie schrieb haben sie schon wieder ganze 3 fabulöse neue Stücke (eins davon die Komplettfassung von Digital Versicolor) zum Hören und Downloaden auf ihr Myspace gesetzt. Mittlerweile schau ich da schon wöchentlich vorbei aus Angst etwas zu verpassen, können die nicht mal einfach ein Album rausbringen und berühmt werden?

[MP3] Glass Candy - Life After Sundown
[MP3] Glass Candy - Beatific
[MP3] Glass Candy - Digital Versicolor
[Video] Glass Candy - Digital Versicolor

Glass Candy Myspace

These Are Powers



Als ich beim ersten Hören von Makes Visible an Liars dachte hatte ich keine Ahnung dass mit Pat Noecker tatsächlich ein Gründungsmitglied der New Yorker an dieser Musik beteiligt war, dass These Are Powers nach den viel zu früh verschiedenen Knife Skills die neue Band von Anna Barrie waren wusste ich hingegen gewiss, so war ich überhaupt erst auf sie gestoßen. Barries Gesang ist noch beeindruckender als ich ihn in Erinnerung hatte und die düster-mystische Musik des Trios bietet ihr ein ausgezeichnetes Vehikel um in The South Angel zur schrillen Todesfee oder bei Funeral Xylophone zur unheilsverkündenden Prophetin zu werden. Wenn Liars auf Drum's Not Dead zu Schamanen wurden dann beschwören These Are Powers nichts weniger als schwarze Magie, tanzen mit Geistern und Dämonen, und ihr Album Terrific Seasons verspricht ein großes düsteres Vergnügen zu werden.

[MP3] These Are Powers - Funeral Xylophone
[MP3] These Are Powers - Little Sisters Of Beijing
[Video] These Are Powers - Silver Lung
[Video] These Are Powers - You Come With Nothing (live)

These Are Powers Myspace

Stream: Holy Fuck - LP

Die Musik von Holy Fuck mit Worten zu beschreiben kann nur ein unzureichender Versuch bleiben, da weiß man weder wo man anfangen noch wo man aufhören soll. Rock mit Elektronik, Noise zum Tanzen, ein psychedelischer Wirbel - und das ist nur ein Stück, das nächste dann wieder sehr anders, so intensiv und überwältigend dass man bequem sagen kann "Klingt wie: siehe Bandname". Schon mit seinen Liveshows hat sich das kanadische Supergruppenkollektiv einen hervorragenden Ruf erspielt, am Freitag kommt nun mit LP ihr zweites Album in die Plattenläden in das man jetzt schon mal reinhören kann.

[Stream] Holy Fuck - LP

Vampire Weekend Live Bei Daytrotter

Vor einiger Zeit wäre ich noch enttäuscht gewesen dass Vampire Weekend im Rahmen ihres ersten großen Überseetrips am 2. und 3. November nur nach Hamburg und Berlin kommen, aber wie man das mittlerweile so kennt mit jungen Bands dürften die innerhalb der nächsten 6 Monate schon wieder unterwegs sein, dann mit erstem Album unterm Arm. Ein weiteres Trostpflaster ist dass das New Yorker Quartett kürzlich eine Session für Daytrotter aufnahm, das hochmelodiöse Ergebnis inklusive zweier bislang unveröffentlichter Songs und Oxford Comma, einem der besten Popsongs über eine orthographische Rarität überhaupt, kann sich wie immer hören und runterladen lassen.

Vampire Weekend bei Daytrotter

Außerdem auf Daytrotter: Matthew Friedberger liest aus Paradise Lost, einmal auf Englisch und einmal.. nun.. die Spanisch -> Englische Übersetzung via Babelfish. Guest starring Eleanor.

Die neue Sunset Rubdown..

..läuft hier jetzt seit ziemlich genau 36 Stunden nahezu im Dauerbetrieb und ist nicht nur wie erwartet großartig sondern wird immer. noch. besser. Ich bin im Krug-Himmel. Schon wieder.


Sunset Rubdown - For The Pier (And Dead Shimmering)

Britboys Aloud

Nicht nur weil ihre Songs, beginnend bereits mit den Surfgitarren ihrer ersten beiden Singles, oft prominent Gitarren enthalten sind Girls Aloud eine Popband die an Rock gewöhnten Hörern gefallen kann. Die Songs der erfolgreichsten britischen Girlpopband aller Zeiten haben auch oft die Struktur und den Drive eines Rocksongs, und so ist es kein Wunder dass sich umgekehrt britische Rockbands unter ihren Fans finden. Erst war es nur Anerkennung, wie als die Arctic Monkeys sich mit einem eher charmearmen Cover von Love Machine als Fans outeten, doch jüngst zeigen sich zwei der bekanntesten britischen Gruppen der letzten Jahre beeinflusst von und auch kooperationswillig mit Girls Aloud.

Franz Ferdinand wählten sie als Backinggesang für das synthlastige Sound And Vision und machten das Bowie-Cover so zu einem der wenigen hörenswerten Beiträge zur überwiegend garstigen BBC Radio 1-Jubiläumscompilation (ein weiterer war Girls Alouds neu eingespieltes Teenage Dirtbag das wie schon ihr Cover von I Predict A Riot einer überspielten Radiorocknummer neues Leben einhaucht, wenn auch ein Stück entfernt von der Klasse ihrer eigenen Songs ist).
Noch weiter gehend ist dass sich Franz Ferdinand nun von Xenomania, dem genialen Produzententeam um Brian Higgins und Miranda Cooper das seit dem zweiten Album ein fester Bestandteil von sämtichen Veröffentlichungen Girls Alouds ist, ihr drittes Album produzieren lassen, ein Zusammentreffen von Poprock und Rockpop das mir doch tatsächlich Grund gibt wieder auf ein Album von Franz Ferdinand neugierig zu sein.

Schließlich sind da Bloc Party, ihre neue Single Flux scheint mit ihrem stampfenden Vorwärtsdrang und dem vocoderverzerrten Gesang stark an Girls Alouds letzten beiden Singles angelehnt zu sein (wobei deren Sexy! No No No einen weitaus innovativeren, regelrecht seltsamen Aufbau hatte). Und schon in den knarzigen Radiomitschnitten kommt mir Flux weitaus besser produziert vor als das laffe Weekend In The City, vielleicht können ja diese Schritte in Richtung des in den letzten Jahren meist interessanteren britischen Chartpops den in diesen Jahren so enttäuschenden britischen Gitarrenbands neues Leben einhauchen. Wobei sie sich damit ihre Konkurrenz selbst gewählt hätten, in einem Monat erscheint nämlich Girls Alouds viertes Album Tangled Up über das ich wie bei keinem anderen in diesem Jahr bange ob es eine triumphale Fortsetzung oder totale Katastrophe wird.