Random Spirit Lover

Neue Sunset Rubdown! Oktober! Wuuhu!


Sunset Rubdown - Winged/Wicked Things (live)

Video: Dan Deacon - The Crystal Cat



Als wäre 2007 noch nicht schön schräg genug kommt jetzt auch noch Dan Deacon als eine Art Ein-Mann-Devo mit psychedelischem Einschlag an. The Crystal Cat nennt sich ein Song von seinem Album Spiderman Of The Rings, erschienen auf Carpark, der sonst etwas dezenter elektronischen Schwester vom Animal Collective-Label Paw Tracks die letztes Jahr schon mit Platten von Beach House und Belong glänzte. Aber an solche Kopfhörergeschichten ist bei Deacon gar nicht zu denken, der Mann scheint trotz Körpergewicht ein lebender Partyjojo zu sein wie man auch im kunterbubububunten Video sehen kann.

[Video] Dan Deacon - The Crystal Cat (Quicktime)
[Video] Dan Deacon - The Crystal Cat (Youtube)

Veronica Mars/Pitchfork-Crossover

Wie geil ist das denn? In der gestern ausgetrahlten Folge von Veronica Mars, der besten Highschooldetektivinnoirserie aller Zeiten (die in Deutschland vom ZDF zu jeder 3. Vollmondnacht an einem Mittwochmorgen um 4:30 auch mal gezeigt wird), wurde scheinbar nebenbei der Name einer nicht unbekannten Musikwebseite gedroppt. Veronicas Freund, der Campusradio-DJ Stosh "Piz" Piznarski, bekam ein Angebot ein Praktikum bei Pitchfork zu machen. Und als wäre das noch nicht genug Insidergag für alle Freunde der Popkultur brachte man bei der alten Mistgabel just heute diesen Review heraus. Tipp: achtet mal auf den Autor.

Stream: Battles - Mirrored

Dass ich seitdem ich es letzten Freitag gekauft habe Mirrored nicht nur täglich höre sondern auch jeden Tag ein anderes Stück darauf mein Favorit ist ist schon ein recht starkes Indiz dafür dass es sich hier um ein enorm gutes Album handelt, dass eines der Stücke mit denen andere hier problemlos mithalten können das phänomenale Atlas (in seiner ganzen 87minütigen Glorie) ist macht mich ziemlich gewiss dass dieses Jahr nicht viel an das erste Album von Battles heranreichen wird. Bevor es am Freitag dann in den Plattenläden liegt kann jeder schon mal bei 3voor12 reinhören:

[Stream] Battles - Mirrored

Lucky Soul - The Great Unwanted



Ali Howard, die Sängerin von Lucky Soul, ist nicht besonders groß gebaut. Regelrecht petite erscheint sie, und entsprechend unscheinbar ist auch zuerst ihre Stimme. Aber wenn sie ein Mikrofon vor und ihre 5 Mitmusiker hinter sich hat singt sie mit aller Kraft die sie aufbringen kann der Welt ihre Emotionen entgegen: "I miss you so much that it huuuuuurts," und die Welt leidet mit. Im Hintergrund heult ein Chor, und die Instrumente fallen die Tonskala herunter, um auf einem leisen, eleganten Melodiechen für den halb gehauchten Refrain von Struck Dumb zu landen.

Round here the only thing that ain't blue is the sky / round here are places where sunlight never shines / and I'm tired of keeping composure 'cause I'm not supposed to feel sad
singt Howard beim Höhepunkt von One Kiss Don't Make A Summer, ein Blick in die Verwirrung die Gefühle mit sich bringen können. The Great Unwanted, Lucky Souls Debütalbum, ist eine Landschaft voller Schmerzherz, jedenfalls was die Texte angeht. Die Musik dagegen ist nicht nur mit denkwürdig schönen Melodien gefüllt, auch hat Komponist Andrew Laidlaw bei den Arrangements in die Vollen gelangt: Herrliche Streicher und Bläser (besonders schön bei der Eröffnungsnummer Add Your Light To Mine) werden eingesetzt um die Songs zu veredeln, aber mit Maß und genau an den richtigen Stellen. Als müsste nicht hier eh schon Mr. Spector erwähnt werden hat die Musik von Lucky Soul auch einen starken Touch von Girl Groups und anderen Popsounds der 60er, wie aber schon bei den (abgesehen davon kaum hiermit vergleichbaren) Pipettes wird hier nicht bloß zitiert sondern modernisiert, wohlwissend was in den Jahren seitdem in der Musik passiert ist.

In der britischen Popmusik sind Alltagsbetrachtungen wieder in, aber wie Howard im Namen der ganzen Band singt, "I Ain't Never Been Cool". Lucky Soul praktizieren Popmusik als Eskapismus aus den Towering Infernos zu denen sie Gefühle aufbauen, Flucht vor Schmerz und Enttäuschung, vor Zurückweisung und Einsamkeit, ein Fluchtdrang der sich wortwörtlich im Songtitel Get Outta Town äußert. Fortrennen ist nicht die einzige Fluchtmöglichkeit, in My Lips Are Unhappy wird die Einsamkeit einfach mit kräftigem Hüftschwung wegzutanzen versucht. "Shake shake shimmy shimmy", das sollte doch eigentlich ablenken. Tut es aber nicht. Wilder und wilder wird versucht sich im Tanz zu verlieren, doch der Gedanke geht nicht weg, "Shake shake shimmy shimmy shake shake shimmy without yooouuuuuuuu..."

Große Emotionen, große Popsongs, großes Album. Und doch nicht aufdringlich, mehr so ein Album das man gern so lang die Sonne scheint umarmen würde. "One kiss don't make a summer" - dieses Album schon.

[Stream] Lucky Soul - The Great Unwanted

Neuer Song von The Go! Team



Bis zum 7. September ist es noch eine ganz gehörige Weile, ob man sich die Wartezeit bis zum zweiten Thunder Lightning Strike mit nur einem neuen Song vertreiben können wird? Eigentlich schade dass The Go! Team auch mit dieser Platte den Sommer wahrscheinlich verpassen werden, außer die globale Erwärmung hilft da ein bisschen aus. Grip Like A Vice, die Single die Anfang Juli erscheint, kann man jedenfalls schon mal auf der Myspaceseite des Teams anhören und von sonnigem Herbst träumen. An die etwas hakigen Vocals musste ich mich kurz gewöhnen, aber der Rest des Teams bratzt wie eh und je. Go!

The Go! Team Myspace

Konzert: Battles



Sie kamen, sie sahen, sie siegten. Wer ein extrem gutes Vorstellungsvermögen hat braucht sich Battles nicht live anzusehen, denn sie sind genau so wie man es sich erhofft: Wie eine wohlgeölte Maschine, ein Zahnräderwerk, ein Roboterquartett oder was immer man sich für Metaphern in der Richtung noch ausdenken mag spielen sie so tight zusammen dass man kaum noch von ihnen als "Band" sprechen mag, "Einheit" trifft es besser.
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht (theoretisch, aber dazu später) dabei Drummer John Stanier, der schon bei Helmet verschrobene Rhythmen mit lakonischer Präzision zum Leben zu erwecken wusste. Oft startet er mit einem gewohnten Format, vielleicht einem 3/4-Takt, das aber an irgend einem Punkt umkippt und man plötzlich vor einem seltsamen Konstrukt steht das vielleicht ein 13/16-oder-was-weiß-ich-für-ein-Takt sein könnte. Darüber wird vielschichtig und metikulös arrangiert, selten so straight wie in Atlas das im Vergleich zu sich stetig verändernden Nummern wie Ddiamondd oder Tonto schon fast traditionellen Strukturen unterworfen ist.

Mit Aussagen wie "Battles kreieren einen modernen, einzigartigen Sound" muss man immer vorsichtig sein, möglicherweise gibt es ja in einer südwalisischen Ortschaft namens Neu-Buxtehude-Süd eine Gruppe von emigrierten Eskimos die an etwas ähnlichem arbeiten, aber in dem was sie machen, was immer es auch sein mag, sind Battles weltweit garantiert die besten. Der Meinung waren auch viele der Besucher die sich am Samstagabend im Studio 672 eingefunden hatten, Atlas, die einzige Nummer vom ersten Album Mirrored die den meisten dort bekannt gewesen sein dürfte, wurde euphorisch begrüßt wie Manna vom Himmel. Und das will was heißen, denn auch wenn das Studio einen ziemlich guten Jazzkeller abgeben mag möchte ich mal gerne wissen ob jemand ernsthaft dachte es sei eine gute Idee eine Band, deren größte visuelle Attraktion ihr Drummer ist, auf einer 10 cm hohen Bühne auftreten zu lassen so dass von ihnen jenseits der vierten Reihe außer ein paar Menschen- und Gitarrenköpfen kaum etwas zu sehen war. Ja, es war pickepackevoll in dem kleinen Keller, nach den Decemberists und !!! schon das dritte potentielle Konzert des Jahres das sein Potential wegen extremer Enge nicht richtig erfüllen konnte.

Großartig war's trotzdem, die vier auf der Bühne schienen von der Hitze bis auf einen ordentlichen perspirationsbedingten Flüssigkeitsverlust unbeeinträchtigt und ackerten sich ohne ein Wort zu verlieren durch ein imposantes Set. Köln scheint es ihnen auch angetan zu haben, nicht nur ist Leyendecker eben nach der Bushaltestelle an der Straße benannt in der Staniers Freundin wohnte, zudem war noch Tyondai Braxton (dessen verzerrter Gesang live weniger befremdlich wirkte als gedacht und der ebenso wie Ian Williams oft gleichzeitig Gitarre und Keyboard bediente) in ein FC-Trikot gekleidet und auch ein Banner des erfolgreichsten Kölner Fußballvereins zierte die Bühne. Was wohl das stärkste Indiz dafür war dass man es doch nicht mit Robotern zu tun hatte. Und einmal waren Battles an diesem Abend auch gar nicht pünktlich, Mirrored gab es nämlich schon eine Woche vor dessen offizieller Veröffentlichung zu kaufen.

[Video] Battles - Atlas (Imeem)

Battles Myspace

Update: Und so sieht die Menschmaschine in Aktion aus.