Icey Icey!



Schon wieder ein sonnigerer Tag als der davor, wenn das so weiter geht ist hier in Nullkommanix Sommer. Natürlich dem Bloggen nicht gerade zugänglich, statt vor dem Computer verbringt man seine Zeit dann doch lieber auf dem Balkon. Da überlasse ich es mal Kevin Barnes hier für ein bisschen Stimmung zu sorgen, denn passend zum Wetter spielt er derzeit sehr gerne Tropical Iceland von den Fiery Furnaces, eine meiner liebsten Sommernummern überhaupt, als Zugabe. Mit den quietschigen Keyboards ist der Song wie gemacht für Of Montreal, so sehr dass man ihn glatt für einen ihrer eigenen halten könnte. Eine klanglich noch weitaus bessere Version hat Fluxblog jüngst als Mp3 gepostet.

Jatun



Dank Jatun fängt der Abend gut an, Musik zum tief drin eintauchen und nicht wieder hochkommen wollen. Mit Portland kommt das Duo aus so ziemlich meiner liebsten Musikerheimat der Welt, und zeigt dass dort offenbar auch exzellente träumerisch verlorene Elektronik gemacht wird (M83 ich hör dir transatlantisch klopfen). Ihr selbstbetiteltes Debüt ist gerade erschienen, bei Emusic und Co. wohl noch leichter aufzutreiben als auf CD.

[MP3] Jatun - Ghost And Grey
[MP3] Jatun - The Temptation Of Joy

Jatun Myspace

Coverdesaster

Also ich hab ja schon so einiges gesehen, aber Holy Shit. Holy Shit! HOLY SHIIIIT!

19 weitere Abscheulichkeiten finden sich auf der Liste der 20 Worst Cover Songs In Pop Music History, wenn ich auch glaube dass man einen der Kandidaten gut hiermit hätte ersetzen können.

Konzert: The Earlies



Wie oft hat man so eine Aussage schon mal gelesen: "Wir wollen wenn wir unsere Stücke live spielen nicht bloß das reproduzieren was wir für die Platte aufgenommen haben, da ist doch keine Herausforderung bei, da kann man ja gleich Vollplayback spielen."

So etwas sagt sich leicht wenn man nicht The Earlies ist, denn um deren Arrangements auf einer Bühne zum Leben zu erwecken waren gestern im Gebäude 9 fast ein Dutzend Musikanten notwendig. Die und unter anderem 4 Gitarren (eine davon mit 12 Saiten), 1 E-Bass, 1 Cello, 1 Schlagzeug, 1 elektronisches Schlagzeug, 1 Tuba, 2 Trompeten, 1 Posaune, 1 Saxophon, 2 Querflöten, Triangel, Schellen, Rasseln und andere Percussions, diese tragbaren Synths(?) mit Schlauch dran, Hammondorgel und zwei weitere Synth/Keyboard/Orgelinstrumente, 1 monströse Mundharmonika (?) und ca. 1000 Effektgeräte mit Pedalen, Schaltern und Knöpfen dran. Es sah aus wie in der Rumpelkammer eines Musikladens, mit Abstand die vollgepackteste Bühne die ich je gesehen habe.

Aber die vermutlich Monate die es gebraucht hat um all das hier aufzusetzen haben sich gelohnt, auch wenn sich nicht gerade besonders viele Besucher an diesem Abend eingefunden haben legen die Earlies ein ganz großes Konzert hin. All die Feinheiten die sie insbesondere in ihr neues Album The Enemy Chorus reingepackt haben, alle werden sie heute Abend irgendwo von irgendwem auf dieser Bühne herausgearbeitet, jemandem mit einem Gesicht und einer Hand versehen die Saiten anschlägt, Tasten drückt, zupft, trommelt, streicht, Hebel zieht, und was der Mann ganz hinten links gemacht hat hab ich ehrlich gesagt nie richtig herausgefunden. Besonders sympathisch: der dauergrinsende Percussionist und der schnauzbärtige, sich durch das ganze Repertoire der Rockerposen arbeitende Gitarrist auf der rechten Seite.

Besonders die neuen Songs profitieren wie gesagt von dieser Darbietung, so überwältigend wie das live ist lässt es sich einfach nicht auf Datenträger jeglichen Formats bannen. Aber auch auffällig ist wie anders diese Songs klingen als das was die Earlies davor gemacht hatten, denn an diesem Abend bleibt praktisch kein Wunsch offen und es werden auch all die hypnotisch schönen Nummern von These Were The Earlies gespielt. Nicht so oft von allen auf einmal, da würde der Fokus auf das warme Piano in Wayward Song oder den sanften Gesang in Bring It Back Again verloren gehen. Zu dem mächtig daherschmetternden The Devil's Country, das dem neuen Material wohl am ähnlichsten ist, werden aber gegen Ende praktisch sämtliche Geschütze aufgefahren und noch mal so richtig Eindruck geschindet wenn sich auf jedem Quadratzentimeter dieser Bühne etwas tut.

Könnte man all diese Klänge akustisch auch mit einem einzigen elektronischen Gerät erzeugen? Wahrscheinlich schon. Könnte man damit auch nur annähernd so ein begeisterndes Konzert abliefern? Garantiert nicht.

Roll Deep



Lang hat es sich hingezogen, aber jetzt ist das zweite Album von Roll Deep in Sichtweite. Die Crew der mit Dizzee Rascal und Wiley die wohl zwei bekanntesten Köpfe des Grime entstammen fährt am 13. April das 18 Tracks umfassende Rules & Regulations auf, und was man im Vorfeld darüber hören konnte lässt Großes versprechen. Die erste Single davon, Badman, stammt noch aus dem letzten Jahr, gibt es aber dafür via Myspace zum Download. Zu Celebrate That gibt es ein brandneues Video, das ist aber optisch nur etwas für Freunde oller Hiphop-Klischees und soundmäßig so vergrützt dass man sich das Stück tatsächlich besser bei Myspace anhört.

[MP3] Roll Deep - Badman

Roll Deep Myspace

Video: Menomena - Wet And Rusting



Ah, Lance Bangs. Der Regisseur solch klassischer, vor Action und CGI-Effekten nur so berstender Musikvideos wie Spit On A Stranger und No Culture Icons, wollte für Menomena eigentlich nur ein klassisches Performance-Video machen, ohne Meta-Ebene und alles. Aber dann wurde die Session unerwartet von einem Besuch unterbrochen durch den sich alle Beteiligten mit ihrer eigenen Vergänglichkeit konfrontiert sahen, und unversehens wurde Bangs zum Dokumentaristen einer Reihe von fröhlich/melancholisch/schrägen Ereignissen. Famoses Video:

[Video] Menomena - Wet And Rusting (Quicktime)

How Mainstream Am I?



Das Last.fm-Mainstream-O-Meter

Ted Leo & Deerhoof Live

Schönes Doppelpack am Samstagmorgen. Dass Ted Leo solo mindestens genau so gut klingt wie mit voller Bandbesetzung dürfte jedem bekannt sein der ihn einmal live gesehen hat, und so musste man ihm für seine Interface-Session nur eine Gitarre in die Hand drücken und ab ging's. Besonders klasse: das fetzige Timorous Me.

[MP3] Ted Leo - Live bei The Interface

Deerhoof hingegen würden sich vereinzelt noch merkwürdiger anhören als zusammen. Mit je einem Stück von vier ihrer letzten fünf Alben machten die drei im Studio von KEXP eine kunterbunte Wundertüte voller Überraschungen auf.

[MP3] Deerhoof - Live bei KEXP