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Ich fasse mich kurz denn das Mittagessen will zubereitet werden und dann heißt es ab nach Köln zum neue-CDs-Einkaufen.



Nun ist es wohl offiziell, Malajube kommen auf ihrer Welttour lediglich für ein einziges Konzert am 23.03. nach Deutschland, und wie sollte es anders sein ist dieses in Berlin. Als Wermutstropfen für alle die diesem Ereignis nicht beiwohnen können, eine unveröffentlichte und selbstredend große Nummer aus den Trompe L'Oeil-Sessions:

[MP3] Malajube - M. Pupille

Drei Empfehlungen in Linkform:

Link1 führt zu Indie MP3, dort gibt es nämlich einen neuen Lucky Soul-Track.

Link2 zu Stylus Magazine, dort hat man Emmy The Great entdeckt und zwei stimmlich große Nummern im Angebot.

Link3 folge man zu den New Yorkern und Clap Your Hands Say Yeah / Architecture in Helsinki-Tourkumpanen Takka Takka, die haben am Valentinstag eine sehr feine EP mit drei Indiepopnummern gratis online gestellt.

Konzert: The Decemberists / Lavender Diamond



Eins muss man den Decemberists unbedingt lassen: sie haben einen exzellenten Riecher für gute Supportbands. Beim letzten Besuch vor anderthalb Jahren brachten sie Two Gallants, und gestern nun Lavender Diamond zum ersten Mal nach Köln. Seit gut einem Jahr kenne ich nun lediglich zwei Songs der Band um Sängerin Becky Stark, und trotzdem hoffte ich schon bevor das Konzert begann dass dies ein großer Auftritt werden würde. Und wahrhaftig, Stark kann live noch schöner singen als auf Platte, sie navigiert mühelos Höhen die man einer Stimme außerhalb der Operkultur nicht zutrauen würde.

Zugegeben, wer exzentrisches Auftreten nicht mag sollte einem Lavender Diamond-Konzert besser fernbleiben, Stark bekennt sich dazu sich gern wie eine Elfe zu fühlen und tänzelt dementsprechend auch in leicht dahinwehendem Kleid über die Bühne, begrüßt das Publikum mit "Congratulations to all of you for achieving world peace," was mit skeptischen Blicken erwidert wird. Während der ersten Minuten wird sie dann auch von einem Großteil der Besucher des ausverkauften und damit unangenehm prall gefüllten Prime Clubs ignoriert, doch bei Lied drei oder vier beginnt sie dann diese ungemein schönen Töne noch ungemein schöner zu treffen, man wagt nicht eine Sekunde wegzuhören aus Angst ganz viele denkwürdige Sekudnen zu verpassen, und das eifrige Gequassel verstummt tatsächlich überall um mich herum. Hier weiß jemand die Herzen der Menge an sich zu reißen, und nach diesem Set hätte ich auch schon völlig zufrieden nach Hause gehen können.

[MP3] Lavender Diamond - You Broke My Heart
[MP3] Lavender Diamond - Rise In The Springtime



Doch nach einem Bühnenumbau, musikalisch begleitet von Prokofievs "Peter und der Wolf," betreten The Decemberists das wohl geräumigste Stück Raum hier an diesem Abend. Frisch zurück von einer Rundtour durch Köln inklusive Besichtigung und Besteigung des Doms erzählt Colin Meloy begeistert davon wie er überall Kölner den amerikanischen Exportschlager Donuts verzehren sah (er meint Berliner (die Backware), aber niemand wagt die genaue Backwaren-Genealogie von Donuts und Berlinern zur Diskussion zu stellen), und auch der Rest der Band scheint glänzend aufgelegt.

Es geht los wie es später auch endet, mit The Crane Wife, der mehrteiligen Erzählung die das neue gleichnamige Decemberists-Album umrahmt. Es folgt das proggige Epos The Island, und danach gibt es eine regelrechte Rundreise durch die Decemberists-Diskographie. Wilder und wilder geht es auf der Bühne zu, geht dort vielleicht eine Whisky-Verkosterei vonstatten die sich meinem Blick entzieht? Meloy jedenfalls zieht eine Gitarrenpose nach der anderen, und nachdem das zu jeder Schandtat bereite Publikum sich mit einer kleinen Gymnastikeinlage aufgelockert hat rauschen die Decemberists in eine flotte Rockeinlage, während der erst Meloy, dann Gitarrist Chris Funk und auch Bassist Nate Query nicht nur Stagediven, die beiden letzteren werden sogar von der Menge bis nach ganz hinten in den Club getragen und Funk schafft sogar die Rundtour bis zurück nach vorne. Wer den Bauch des Mannes gesehen hat (und das haben hierbei so einige) muss Respekt vor den mutigen Trägern haben.

Die Band hat sichtlich Spaß daran in einem kleinen Club aufzutreten, und so gibt es nach der ersten Zugabe noch eine zweite, während der Meloy, der sich kurz vorher noch mit einem mehrfach um seinen Hals gewickelten Mikrofonkabel selbst zu erwürgen drohte, nun völlig außer Rand und Band durchs Publikum pogt, Arm in Arm mit einem enthusiastischen irischen Decemberists-Fan der natürlich die ganze Zeit dabei ein Bierglas in der Hand hält und keinen Tropfen verschüttet. Die Musik war zwar wie erwartet gut an diesem Abend, aber wow, der Rest war einfach nur sensationell. Your Majesty, The Decemberists fucking rock!

Update: Fotos auf Flickr

Godspeed You Black Emperor Live



Ich weiß es noch als wäre es erst gestern passiert. Es war ein angenehmer Aprilabend vor fünf Jahren, angenehm bis auf die Tatsache dass mein Rücken vom exzessiven Lastenschleppen in den vergangenen Tagen das Aufrechtstehen nicht gerade angenehm machte. Aber von dem Trip ins Gebäude 9 hätten mich keine zehn Pferde abhalten können, denn da spielten Godspeed You Black Emperor, die schon zu diesem Zeitpunkt für mich den Status von Musikgöttern besaßen. Ihr Ansehen sollte sich nach diesem Konzert noch einmal verbessern.

Anwesend war wohl das gemischteste Publikum das mir je untergekommen ist, von Old School- und New School-Hippies über Anzugträger und Punks bis hin zu Trägern von Hornbrillen und was auch sonst gerade damals in war, alle hatten sie sich versammelt um das kanadische Kollektiv zu sehen und hören. Mit dem ersten Ton der von der Bühne kam verflogen dann aber nicht nur alle potentiellen kulturellen und sozialen Unterschiede, sondern auch mein Rückenschmerz war einfach vergessen, denn von Anfang bis Ende wurde der Saal von purer Glückseligkeit erfüllt und es war das beste Konzerterlebnis meines Lebens.

Und gestern hab ich erst herausgefunden dass es jemand tatsächlich aufgezeichnet und im verlustfreien Flac-Format bei Archive.org hochgeladen hat, ich kann gar nicht sagen wie sehr ich mich freue diesen Abend noch mal wiedererleben zu können.

Godspeed You Black Emperor live in Köln 13.04.2002

Neue Songs von Dinosaur Jr!



Wahnsinn, dass ich das noch mal erlebe: Am 26. April kommt tatsächlich ein neues Album von Dinosaur Jr. raus, in Originalbesetzung inklusive Lou Barlow. Der war zwar bekanntlich wenig fürs Songwriting verantwortlich, trotzdem ging nach seinem Weggang Dinosaurs Musik mehr und mehr die Luft raus. Nun gab es aber vor 2 Jahren die Reunion mit ausführlicher Tour, und da sich Barlow und J Mascis noch nicht gegenseitig die Köpfe eingeschlagen haben dachten sie sich wohl dass man doch noch mal ein Album machen könnte.

Und bei dem was ich da gerade höre freu ich mich auch darauf, Been There All The Time ist wie eine akustische Zeitreise in die frühen Neunziger, hat diese seltsame Verbindung von Catchyness, ungeheurer Lässigkeit und aber auch hindernislosem Schwung die Dinosaur-Songs auszeichnet. Schrammelsound, nöliger Gesang und Nudelsoli sind selbstverständlich inbegriffen, Zeitgeist hin oder her. Einen weiteren Song von Beyond gibt es auf der Dinosaur Jr. Myspace-Seite zu hören.

[MP3] Dinosaur Jr. - Been There All The Time

Dinosaur Jr. Myspace

Video: Lucky Soul - Add Your Light To Mine, Baby



Juhu, ne neue Single von den britischen Indiepopwundern Lucky Soul, bis zum Album kann's nicht mehr weit sein. Add Your Light To Mine, Baby, wieder so eine zeitlose Schönheit von einem Song, drosselt das Tempo etwas, bleibt aber beschwingt mit tollen Bläsern und schüttelt die den bisherigen Singles innewohnende Melancholie größtenteils ab. Die Myspace-Version habe ich noch zusätzlich verlinkt weil Youtube heute enorm zu lahmen scheint.

[Video] Lucky Soul - Add Your Light To Mine, Baby (Myspace)
[Video] Lucky Soul - Add Your Light To Mine, Baby (Youtube)

PopMatters macht seinem Namen alle Ehre

It’s no surprise, then, that most writers seem to prefer to leave them in the realm of the eternal cipher, casting them as wild-eyed ghouls without reason or argument. Whatever we’re angry about, we want to believe the Blood Brothers are raging against it. The thing is, their lyrics are actually excellent, powerful, and persuasive – and the Blood Brothers are probably pissed off about a lot, but Young Machetes, their latest and best, is all about war.
Habe ich schon erwähnt wie toll ich PopMatters derzeitig finde? Ich mein, welches andere Magazin würde wohl einen längeren Beitrag über Bildsprache und Rhetorik der Blood Brothers publizieren?
Btw, die Kritik zu Young Machetes hab ich eben vermeintlich zum ersten Mal gelesen, aber sie deckt sich an so vielen Stellen mit meinem eigenen Text dass ich mich gerade frage ob ich sie damals doch schon gelesen und unbewusst mit einfließen lassen habe.

4 Stunden Dubstep

gab es in der vergangenen Nacht im BBC-Radiosender 1Xtra zu hören, denn Plastician übernahm die Urlaubsvertretung für den dort sonst auflegenden DJ und konnte so mal richtig ausführlich einer weltweiten Hörerschaft große angesagte Nummern präsentieren. Darunter Retro Racer und Gully Brook Lane von Joker, Digital Mystikz' überdickes Bury Da Bwoy, Chest Boxing von Skream und noch ca. 100 weitere Stücke aus dem Dubstep/Grime-Universum. Für eine Woche noch nachzuhören über den 'Latest Show'-Link:

Plastician Dubstep Special BBC 1Xtra