Cinema X Musica

Die vergangenen Ferientage gaben zwischen Fress und Feier auch mal wieder richtig Gelegenheit sich dem Film zu widmen, komischerweise gab es da direkt bei drei Streifen hintereinander musikrelevante Entdeckungen zu machen:

- Zum zweiten Mal Fight Club gesehen und jetzt erst kapiert dass Kettcars Academy die Kino-Rede von Edward Norton sampelt. Dooh.

- In einem irrsinnigen Zufall kurz nachdem ich mir Kate Bushs Hounds Of Love zugelegt habe ohne es zu wissen den Film gesehen aus dem das "It's in the trees!"-Sample zu Beginn stammt (Night Of The Demon, herrlich oldschool). Apropos Hound Of Love, ist das etwa dieses Jahr an der Reihe wiederentdeckt zu werden?

- Und dann ist da noch der richtig richtig gute (und wie ich gerade las sich vielleicht bald in die Criterion-Collection einreihende) The last Days of Disco mit tollem Drehbuch und Ensemble. Chloë Sevigny! Kate Beckinsale als sie noch schauspielerte! Matt "Middleman" Keeslar! Jennifer Beals! Wilson aus House! Chloë Sevignys Bruder aus Big Love! Öhm, ganz viele Leute von denen man nie wieder was gehört hat!

Darüber hinaus aber hat der Film einen anhörlichen Soundtrack über den ich auch endlich einen Song identifizieren konnte nach dem ich jetzt ohne Scheiß 20 Jahre lang gesucht habe: Dolce Vita war auf einem falsch verpackten Mixtape in einer Kiste von Hörspielkassetten die mir meine Eltern als Kind gebraucht gekauft hatten. Diese Kassette mit ihren fantastisch fremd wirkenden Klängen (u.a. mit Thriller von Michael Jackson und Everything Counts von Depeche Mode) war meine erste formative Begegnung mit Popmusik und ich schwöre irgendwann werde ich mal alle unvergesslichen Songs davon wieder finden, zumindest die Wurzel meiner Italo-Zuneigung habe ich nun also identifiziert.

Neues Von Mono


In Sachen epischer Instrumentalrock habe ich mit den Jahren wirklich das Interesse verloren, die einzige Ausnahme stellen die Japaner Mono dar die nicht nur live die größte dynamische Spannweite haben (Übersetzung: So laut dass man sich vor Angst in die Hose kackt) sondern sich auch mit jedem Album gesteigert haben. Auffällig war dabei die zunehmende Integration von klassischen Instrumenten auf ihren Alben, beim Ende März erscheinenden Fünftling Hymn To The Immortal Wind ist daraus eine wahre Flotte von Streichern geworden. Das Eröffnungsstück Ashes klingt merkwürdig dumpf, was an der 160kbps-Codierung liegen könnte (Steve Albini bricht das Herz), erwacht aber mit Kopfhörern schon zu eindrucksvollem Leben. Dort ist es interessanterweise auch nicht so polternd laut wenn die Musik zum ersten Mal explodiert.

[MP3] Mono - Ashes

Parts & Labor Live

Für mich das klare Januarhighlight in Sachen Konzerte ist der Auftritt von Wire, auch weil davor Parts & Labor zu sehen sein werden. Einen Eindruck davon wie das Quartett das massiv-melodische Material des großartigen Receivers und ihrer vorherigen Alben live rüberbringt vermittelt die Sendung We Have Signal, deren neueste Ausgabe Material vom Auftritt in Birmingham (im amerikanischen Alabama, nicht das in England) zeigt.

We Have Signal mit Parts & Labor live in Birmingham