Personen

Der beste Interviewer

für Tom Waits ist offenbar ... Tom Waits selbst. Das einzige was Tom Waits' True Confessions (A conversation with himself) besser machen könnte wäre das ganze Ding von ihm gesprochen zu hören, auf kurze Fragen gibt er faszinierende Antworten die besonders in Listenform eine eigene Form von Poesie entwickeln:

Q: What do you wonder about?
A:
1. Do bullets know whom they are intended for?
2. Is there a plug in the bottom of the ocean?
3. What do jockeys say to their horses?
4. How does a newspaper feel about winding up papier-mâché?
5. How does it feel to be a tree by a freeway?
6. Sometimes a violin sounds like a Siamese cat; the first violin strings were made from cat gut- any connection?
7. When is the world going to rear up and scrape us off its back?
8. Will we humans eventually intermarry with robots?
9. Is a diamond just a piece of coal with patience?
10. Did Ella Fitzgerald really break that wine glass with her voice?

Mich hätte nur noch interessiert wieso zum Geier er in dem ansonsten ziemlich beschissenen Domino auftauchte, wohl einer der brillantesten WTF-Momente in jüngster Zeit. Vielleicht fragt er sich das ja irgendwann mal.

Happy Birthday Mr. Pop



Man kann's nicht glauben, aber ja, uns Iggy wird heute straffe 60. Wer gratulieren möchte kann das u.a. auf der längsten Glückwunschkarte der Welt tun.

Billy MacKenzie


The Associates - White Car In Germany

Vor etwa einem Jahr war ich wochenlang in Simon Reynolds' exzellentes Rip It Up And Start Again (das auch bald auf deutsch erscheint) und die darin behandelte Musik vertieft. Das Buch über die Postpunk-Periode 1978-1984 brachte mich dazu endlich mal einige Künstler richtig kennenzulernen die ich bis dahin immer auf die "hör ich irgendwann mal rein"-Liste geschoben hatte, nun deckte ich mich nur so ein mit Alben von Devo, Television, Cabaret Voltaire, Wire, Throbbing Gristle, Swell Maps, PiL, Pere Ubu, Magazine, The Slits, Scritti Politti, Josef K, Delta 5, und vielen, vielen anderen.

Das Album das mir aber am Ende am meisten von allen gefiel war, ironischerweise, das poppigste von allen: The Affectionate Punch von The Associates. Es war das erste Album von Alan Rankine und Billy MacKenzie, der im Buch immer wieder als der geborene Popstar beschrieben wird. Verstädndlich, denn nicht nur sah er gut aus, hatte beträchtliches Charisma, ein tolles musikalisches Gespür und das Verlangen nach Erfolg, er hatte auch eine fantastische engelsgleiche Stimme. Und obwohl mich die noch mehr an Postpunk im Gang Of Four-Stil erinnernden Stücke auf dem Album zuerst einfingen, so sind es doch die Balladen mit denen sich die Associates zu meinen ewigen Favoriten gespielt haben. Stücke, in denen MacKenzie seine gelegentlich wankelmütige Stimme unendlich lang zieht, dem Hörer seine fragile Seele ohne Scham offenbart.

Eine Zerbrechlichkeit die ihm außerhalb der Intimität des Tonstudios zu Schaffen machte. MacKenzie litt unter enormer Schüchternheit, so dass er während eines legendären Auftritts bei Top Of The Pops den wohl größten Hit der Associates, Party Fears Two, mit dem Rücken zum Publikum gewandt aufführte. Nicht nur Schüchternheit und beruflicher Druck machten ihm zu schaffen, sondern nach dem Tod seiner Mutter auch Depressionen. Die führten dann letztendlich auch dazu dass er sich das Leben nahm.

Heute vor 10 Jahren starb Billy MacKenzie.

Ein schöner Nachruf, der auch den Einfluss MacKenzies auf U2, The Cure, Björk, Guillemots u.a. aufzeigt, findet sich im Scotsman. Auf Youtube gibt es die Dokumentation "Billy MacKenzie - The Story Of..." zu sehen (Teil 1 - Teil 2 - Teil 3).

[Video] The Associates - Party Fears Two (Youtube)

Grizzly Fantasy

Ed: So you’re saying you’re a narcissist?

Owen: Maybe. Gays and narcissists have a long list of common traits. But I’m actually totally pleased with my shitty album.

Ed: You don’t think it’s a piece of shit. You’ve vehemently defended it to many people.

Owen: Uh, not, not really. I’ve defended some of the choices I’ve made but
I still think the album is a stupid piece of shit.

Ed: Wow. Well, you heard it here.

Grizzly Bears Ed Droste und Owen Pallett (Final Fantasy) interviewen sich gegenseitig.

Wahnsinn, kochen kann der Mann auch noch!

Aber wenn ich eine Band hatte und wir beschließen eine Reunion, dann soll mich jeder am Arsch lecken, der mir das verbieten will. Keine Band, bei der ich jemals gespielt habe, hatte jemals den Wunsch, wieder anzufangen aus irgendeinem finanziellen Grund. Die Big-Black-Show gestern wird wahrscheinlich die einzige Reunion überhaupt gewesen sein. Mein Grund dafür war, Touch And Go ein kleines Dankeschön auszusprechen. Aber wenn ich den Wunsch gehabt hätte, das zu etwas Dauerhaftem werden zu lassen, und die anderen das auch gewollt hätten – fuck everyone who says we can’t.
Steve Albini kocht mit Intro

Für Peelie

Omnipräsente Bergziegen



Da sieht man mal wieder dass Medienpräsenz nicht alles ist. Obwohl ich in den letzten 2 Wochen gut ein Dutzend Artikel von und doppelt so viele über John Darnielle von den Mountain Goats gelesen habe, habe ich beim letzten CD-Kauf komplett verschwitzt mir das neue Mountain Goats-Album Get Lonely zu besorgen. Wer im selben Boot sitzt oder wissen will ob Darnielle auch über etwas anderes schreiben kann als über Einsamkeit, hier ein paar seiner schönen Schreibereien der letzten Tage.

- Darnielle über den kreativen Prozess der zu Get Lonely führte:

This seemed, finally, like a decent and honest theme to me: what and who are we when we feel lonely, even in the presence of our friends and loved ones? Isn't it sometimes like that for all of us; and, if we've been a little scarred by prior experience, aren't we even predisposed to feeling that way?

- Auf Salon erfährt man, was Darnielle gerne im Fernsehen schauen würde (Tipp: alle haben etwas mit Boxen zu tun).

- Seinen eklektischen Musikgeschmack enthüllt Darnielle bei eMusic und stellt 12 Alben vor die mehr Aufmerksamkeit verdienen (The For Carnation, jawohl!).

- Über Musik kann der Mann weiß Gott schreiben, so auch in How Souled American’s Flubber Changed My Life.

Mehr seiner Gedanken über Musik und anderes finden sich auf seinem großartigen Blog, Last Plane To Jakarta.

Und schließlich hat Beggars Group gestern eine Serie von Konzertvideos auf Youtube gestartet, in denen in jeder Folge ein Song vom Mountain Goats-Auftritt im Plattenladen Amoeba Records Ende August zu sehen ist, und zusätzlich noch ein exklusives Interview mit dem New Pornographers-Kopf A.C. Newman. Yeah!



(Oh, und eine Aufnahme von dem gleichen Konzert gibt es auch noch auf Archive.org)

Der Rollins Report



Skandal! Ich hab den ganzen Juli über kein Wort über Henry Rollins verloren? Da muss einiges nachgeholt werden.
Selbstredend ist der Mann vielbeschäftigt wie immer, neben seinen Rollen in schlechten Horrorfilmen ist er zum ersten mal seit Jahren wieder mit seiner Rollins Band auf Tour. Davon, dass er dabei nicht ruhig im Schaukelstuhl sitzt, kann man sich bei diesem Video überzeugen das für Rollins' Fernsehshow performt wurde. Selbige Show kann man sich auch fast komplett online auf der Seite des IFC ansehen.

Wegen der Tour liegt seine Radioshow nur halb auf Eis. Henry wird zwar keine Live-Sendungen machen aber hat wie schon bei anderen Gelegenheiten Ersatzsendungen vorbereitet, unter anderem eine mit einer Stunde Miles Davis am Stück und eine mit 25 Misfits-Songs.
Und wo ich gerade bei der Radioshow bin, da Henry nun wirklich aus allem was er produziert Geld machen kann bring er nun in seinem hauseigenen Verlag Fanatic!, ein Buch mit den Linernotes zur Show, heraus. Da die alles andere als gehaltlos sind durchaus eine lesenswerte Angelegenheit.

Um auf dem neuesten Stand in Sachen Rollins zu bleiben empfehle ich allen wie immer drei Haltestellen auf dem Datenhighway: Die Henry Rollins News Page, Henrys Nicht-Blog Dispatches und das fantastische Archiv seiner Radioshow.

Stay Tuned For This Important Message



Ted Leo rockt auch noch wenn Blut fließt.

Bollwatch: Uwe Boll Boxt Gegen Kritiker



Ich liebe den Mann. Ohne Scheiß, wenn es ihn nicht gäbe müsste man ihn erfinden.

Nachdem er zuletzt Streit mit seiner Vertriebsgesellschaft hatte weil diese sein letztes Filmepos Bloodrayne nicht auf mindestens 2000 Kinoleinwände in den USA gebracht hatte geht Starregisseur Dr. Uwe Boll nun mit seiner Boll KG endlich an die Börse. Zudem hat die DVD-Veröffentlichung von Bloodrayne es in mehreren Ländern in die Top 5 der Verleihcharts geschafft.

Davon fühlt sich die urdeutsche Mischung aus Ernest Hemingway und Ed Wood offenbar so gestärkt dass er jetzt seinen härtesten Kritikern, die ihn immer wieder als untalentiert und Schlimmeres beschimpften, zeigen will wo der Hammer hängt: Gegen Ende der Filmarbeiten seines neuen Smash-Hits Postal, der Verfilmung eines brutalen PC-Spiels bei dem man durch die Gegend rennt und Gegner anpinkelt, in Flammen setzt und ihnen mit einer Schaufel den Kopf abhackt (das Spiel ist bei weitem nicht so spaßig wie sich das jetzt anhören mag), fordert er 5 Kritiker zum Duell Mann gegen Mann im Boxring heraus. Ausschnitte dieser Kämpfe sollen auch als Filmmaterial Verwendung finden.

Zu der illustren Reihe seiner Kritiker gehören neben IMDb-Berühmtheiten wie TylerDurden52 und BigSexy77 laut Pressemitteilung auch etablierte Hollywoodgrößen wie Roger Avary und Quentin Tarantino, denen er damit auch den Fehdehandschuh zuwirft. Hier der ganze Artikel über diese schlichtweg brilliant-geniale Aktion:

Uwe Boll invites critics to fight him.

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