Musiiik

Neues Von Merchandise

Erst werden The Men ganz herzlich, nun fährt auch der neue Merchandise-Song schnell den Feedbackvorhang beiseite - hat die Ostküste schon wieder die Lust am Krach verloren? Aber genau genommen kehrt Time ja auch nur den schon immer immanenten Pop-Appeal von Merchandise hervor, ob der Rest des Anfang April erscheinenden Children Of Desire ähnlich shoegazetypisch ausfällt muss sich ja auch erst noch zeigen - der großartige Vorgänger Strange Songs (In The Dark) kommt übrigens auch noch die Tage in einer remasterten Neuauflage.

[Stream] Merchandise - Time

Neues Von Nite Jewel

Wird One Second Of Love wirklich erst Nite Jewels zweites Album sein? Mensch, wie die Zeit nicht vergeht. Zumindest, wenn man sie nur an Longplayern markiert, in Wahrheit sind seit dem Erscheinen von Good Evening schon drei Jahre vergangen, über die die Weiterentwicklung von Ramona Gonzalez' vormaligem Eine-Frau-Projekt an über nem halben Dutzend Singles und EPs mitzuverfolgen war. Voller, sauberer ist ihr Funk-infusionierter Synth-Pop natürlich jenseits verrauschter 4-Track-Aufnahmen geworden, aber auch instrumental stärker ausgeformt und live zur vollwertigen Band angewachsen. Geblieben ist jedoch die Mitternachtsstimmung ihrer Synthschwaden, wie die ersten drei Stücken des am 09.03. erscheinenden Albums zeigen.

[Stream] Nite Jewel - One Second Of Love
[Stream] Nite Jewel - In The Dark
[Stream] Nite Jewel - She's Always Watching You

Kurt Vile & Boris Im Balearic-Reigen

Das leichter mit Beispielen als Worten vermittelbare an Balearic als Genrehut ist ja, dass die darunter versammelbaren Stücke zwar idR. gewisse ästhetische und formale Gemeinsamkeiten wie sanften Gesang oder Niederintensität-Bpm haben, jedoch vor allem einem gewissen Ton, einer Stimmung unterliegen die sie einen. Was Remixe angeht, ist so oft jenes Material am besten dafür geeignet, das bereits eine derartige Stimmung in sich trägt, egal in welchem Stil sie formuliert ist. So kehre ich derzeit immer wieder ganz gerne zu diesen beiden Neubearbeitungen zurück, die den langhaarigen Kurt Vile in Softbeats kleiden und die hier so gar nicht metallischen Boris auf der anderen Seite des Pazifiks amerikanische Westküstenluft schnuppern lassen.

[Stream] Kurt Vile - Runner Ups (Rødsten & Jesper Rummenigge Remix)
[Stream] Boris - Looprider (Hatchback's Pacific Wind Mix)

Nachtrag: Ha, und sehr apropos hat nun auch Prins Thomas sich Kurt Vile vorgeknöpft (um die 28-Minuten-Marke rum).

Neues Von Julia Holter

Von der hastigen Truppe ist Julia Holter nicht gerade. Zwar bringt sie am 08.03. auf RVNG Intl. schon ihr zweites Album innerhalb eines knappen halben Jahres raus, doch hat sie an Ekstasis gut doppelt so lang gearbeitet wie am letztjährigen Tragedy. Das zeigt sich spätestens daran, dass unter anderem darauf auch Für Felix enthalten sein wird, jenes Stück, dem ich bereits vor 3½ Jahren hier meine Zuneigung bekundet hatte als ich erstmals über sie schrieb. In dessen weniger abstrakte Synthpop-Richtung scheint sich auch der Rest des Albums zu bewegen, wenngleich im distanziert-ätherischen Rahmen, der dann doch nie gänzlich greifbar zu werden droht.

[Stream] Julia Holter - In The Same Room
[Stream] Julia Holter - Marienbad

Neues Von The Men

Die heute beginnende Tour der New Yorker Noiserocker The Men mag weiterhin außerhalb meiner Reichweite sein, doch wie zum Ausgleich dafür gibt's nun das erste Stück ihrer zweiten Sacred-Bones-LP innerhalb von 12 Monaten zu hören. Und als wäre der Titel Programm, nach dem glorreich-manischen Höllenritt von Leave Home dreht das Titelstück zum am 09.03. erschienenden Open Your Heart Lärm und Heulen nun zugunsten der Melodie ein wenig zurück - weniger Pissed Jeans, mehr Buzzcocks. Sicher noch ein paar mehr neue Songs gibt's dann die Tage live zu hören.

[Stream] The Men - Open Your Heart

24.01.2012 Hafenklang, Hamburg
02.02.2012 West Germany, Berlin
03.02.2012 UT Connewitz, Leipzig
04.02.2012 Le Romandie, Lausanne

Rational Animals

Uhm ja, ich glaube auf der Suche nach überragendem Punk/Hardcore/Noiserock brauch ich mich momentan nur durch das Label- und Vertriebsprogramm von Katorga Works zu klicken und bin damit bestens bedient. Die Entdeckung der letzten Woche ist Rational Animals, ein Hardcore-Quartett dessen munteres Debüt Bock Rock Parade zwischen den Rumpeleien der treibenden Rhythmussektion, dem vollbrünstigen Gesang und der doppelstarken Sechssaiter-Rifferei keine Sekunde nachlässt. Ganz toll und wie immer bei KT per Download zu beschnuppern.

[Stream] Rational Animals - Guess What? (Crunch)

Bare Mutants - Inside My Head

Krieg zunehmend das Gefühl, dass Auf den zweiten Blick die beste Idee ist, die ich blogmäßig je hatte. Nicht als Bereicherung für die ganze Welt, sondern allein für mich. Man kriegt ein anderes Gefühl für Zeit, besonders in der mittlerweile zeitlosen Allesgleichzeitigmachung des Internets, wenn man (ungefähr) jeden Tag für ein paar Minuten lang etwa gleich viele Jahre in die Vergangenheit blickt. So kommt es mir z.B. nicht bloß so vor, als hätte ich mich erst kürzlich gefragt "Was ist eigentlich aus The Ponys geworden?"

Die Antwort lautet, zumindest im Fall von Bandchef Jered Gummere: Bare Mutants. Die veröffentlichen dieser Tage ihre Debütsingle Without You auf HoZac, und schon die glorreich verorgelte B-Seite Inside My Head macht Lust auf mehr, besonders wenn im letzten Drittel die Pedale so richtig durchgedrückt werden.

[Stream] Bare Mutants - Inside My Head

Zombelles "Shantasy Island"-Mix

Eine Abhandlung über #seapunk erspare ich mir mal gerne, denn für die herausragende Qualität dieses Mixes von Zombelle muss man den Begriff weder kennen noch seine subkulturellen Attribute verstehen. Shantasy Island ist nämlich fast ausschließlich eine Mischung großartiger Italo-und-sonstwie-Euro-Disco-Nummern um die 80er-Wende rum, die zwischen Sci-Fi- und Gruftgeschichten-Flair genau diese Seltsamkeit verstrahlen, die mich in Kindergartenjahren an einem Tape mit ähnlichem Inhalt ungemein gereizt hat.

[Stream/MP3] Zombelle - Shantasy Island

Container - In A Pile

Muss mir mal langsam angewöhnen, alle Labels und Musizierenden die ich gut finde nach einem Soundcloud-Profil abzuchecken. So bin ich jetzt erst auf das von Container gestoßen, wo sich schon gut ein halbes Jahr In A Pile tummelt. Das Stück ist ein weiterer großartiger Noisetechno-Klopper, der sich über 8 Minuten zunehmend füllt und intensiviert, vor allem aber ist es nur eines von vielen auf sowohl Containers Concepto-Mix wie auch der Cassetten-Compilation Fake Sound Routine Vol 2, auf denen Ren Schofield zahlreiche Geistesverwandte versammelt - was mir die Suche nach solcher Musik doch erheblich erleichtert. Nicht ganz so, aber auch gut ist zudem sein Beitrag zur Split mit Unicorn Hard-On.

[Stream] Container - In A Pile

Shoppers

Und gleich eine fabelhafte Nachhol-Entdeckung aus Spät-2011: Shoppers entrollen auf ihrem wuchtigen Debütalbum Silver Year eine ähnlich massive Punklawine wie ihre Beinahe-Nachbarn The Men. Nur finden sich unter ihrer verrauschten Noisedecke tightere, melodische Songs, die obendrein von herrlich shoutigem Gesang begleitet werden. Wie andere der jüngeren Labels auf der New York-Miami-Achse stellt Feeble Minds seine Veröffentlichungen wie diese hier zum freien Download online, physische Exemplare der mittlerweile ein zweites Mal aufgelegten LP sind aber durchaus auch noch zu finden.

[Stream] Shoppers - Silver Year