Gedankliches

But the radio waves were like snow

Dan Boeckner über die Aufnahmen zu At Mount Zoomer :

"It's an old Neil Young trick," Boeckner explains. "He used to do that to Crazy Horse. He'd be like, 'This song has got these chords' and then they'd play it so they could barely be able to get through without screwing up. There's still that kind of tension there. And that's something -- I talked to Spencer about that, and Arlen -- that I really find is lacking from a lot of modern records recorded on Pro Tools. Even indie rock records, which are presumably like the punk rock of today, there's just so much tinkering you can do with them."
Ah, das erklärt warum insbesondere An Animal In Your Care so sehr wie eine Liveaufnahme klingt, ich war echt verwundert als ich den Song zum ersten Mal hörte. Gefällt mir größtenteils sehr, erinnert auch stark an die Rohheit der ersten EP deren Version von We Built Another World ich der Apologies...-Fassung durchaus bevorzuge. Mein einziges Problem mit dieser Aufnahme ist dass dabei Spencer Krugs und Hadji Bakaras Synth-/Keyboardspiel etwas untergeht das auf diesem nuancierteren Album so immens viel wichtiger sind als auf dem ersten. Sobald ich mal darauf die hörte gefiel mir die neue Platte praktisch direkt, das bringt zusätzlich zum Melodienspiel so viel Farbe und auch Eigenartigkeit mit rein.

Wobei die neue Swan Lake ja auch schon so gut wie fertig sein soll, Carey Mercer wird da beim Abmischen die Synths wohl kaum untergehen lassen ...

Ein langer Satz über Kennel District ohne visuelle Pointe

Woran ich immer wieder merke dass Pavement meine Lieblingsband sind? Jedes Mal wenn ich eine ihrer Platten höre drängt es mich zu proklamieren wie groß dieses Album/dieser Song/diese einer rührenswerte Shoutout in der Peel Session ist. Heute also Wowee Zowee gehört und

mich daran erinnert Kennel District letztens irgendwo gecovert gehört zu haben und damals ums Verrecken nicht darauf gekommen zu sein was das für ein wohlbekannter Song war, ich glaube der covernde war der Stimmungsmacher mit dem schrägen Gesang im Vorprogramm der souveränen Gonzales-Show,

überhaupt gemerkt dass District wohl doch mein Spiral Stairs-Favorit ist, noch vor Date With Ikea,

mich wieder entsonnen dass Spiral Stairs aka Scott Kannberg ja schon seit Anfang des Jahres ein Blog hat und ein neues Preston School Of Industry-Album in der Mache ist,

er sich aber vorher mit Broken Social Scene die Bühne teilen wird, was auch enorm gut passt weil die selber schon Kennel Disctrict gecovert haben,

ich aber zu guter Letzt auch wirklich mal die eine, wohl sehr seltene Liveaufnahme von eben diesem Song hier reinsetzen wollte nachdem ich mir auf Youtube lange vergeblich den Arsch abgesucht habe als ich merkte dass man die nicht einbinden kann. Na dann eben ein Link:

Pavement - Kennel District (live fucking live ya!)

Verwechslung nicht ausgeschlossen


Falsch getaggte Musik gibt es nicht erst seit der Erfindung des Mp3. Auch CDs wollen erst mal richtig identifiziert werden, und wenn sich der Computer bei zwei so ähnlich klingenden (und dann auch noch beide mit A anfangenden) Künstlern nicht sicher ist und man dann wie ich in obigem nachfragenden Kontrolldialog die falsche Option auswählt hört man dann halt angeblich Schwedenpop. Hoffentlich krieg ich das wieder aus meiner last.fm-Historie entfernt, wer weiß was mich da sonst demnächst für Empfehlungen erwarten.

QED

Immer wieder schön wie einem das Internet die Steilvorlagen serviert. Eben les ich im Interview auf Jackpotbaby folgenden Satz von Bernd Begemann über die Promotionfähigkeit deutsche Plattenfirmen: "Das können sie einfach nicht. Sie können eine Menge Geld für Scheiße ausgeben, aber sie können nicht mit wenig Aufwand clever promoten." Nun ist das Interview schon von 2005, seitdem hat sich ja so einiges und besonders durch das Internet gibt es viele tolle Möglichkeiten mit relativ geringem Aufwand mehr Leute für seine Musik zu interessieren.

Zum Beispiel seh ich kurz darauf da einen Albumstream zum neuen Portishead-Album, richtig modern auch zum Einbinden in Blog, Webseite und Dingsbook. Tja Begemann da guckste aber, die erste Möglichkeit für alle Netznutzer das Album legal anzuhören kommt aus Deutschland. Whoo!

...bis dann der erste Track schon wieder abbricht noch bevor man auch nur halbwegs ein Gefühl für die Musik bekommen hat. Also wieder mal nur reinhören, nicht anhören. Ich weiß ich weiß, das hat bestimmt nicht mit Angst vor pöhsen Raubkopierern zu tun sondern mit GEMA-Bestimmungen oder sowas, das macht es aber nicht weniger lächerlich dass man am kommenden Montag bereits das komplette Album auf last.fm streamen kann. Was das Internet angeht bleibt Deutschland halt Entwicklungsland.

Verhörer die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen #207

Be Your Own Pet - Boner Time
Heißt eigentlich Bummer Time, aber da ich das einmal falsch verstanden habe höre ich natürlich jetzt jedes Mal stattdessen ersteres. Schlimmer noch, der Song verleitet enorm dazu den Refrain mitzugröhlen: "Boner time! Boner time! It's boner time! Aaah yeah!"

Ein Traum Zerplatzt

Sunset Rubdown
Einzige Deutschland-Show neben Berlin

Ich hoffe ja bloß seit Jahren darauf dass der Mann mal mit einer seiner Bands herkommt. Und Guillemots ziehen auch in großem Stil um Köln herum. Mist²!

Woot

Das Jahr fängt gut an. Die letzte Shiina Ringo eben für unter 15€ erworben, selbst die Singles bekommt man normalerweise kaum für 20!

Apropos Kram den ich gerade mal wieder höre, hier sind Raised Fist mit einem amüsant uninvolvierten Publikum bei einem TV-Auftritt. Wirkt fast wie eine MST3K-Folge mit nachträglich eingefügten Schattenzuschauern. Shit, selbst die Alkoholleichen sind früher im Underground mehr abgegangen wenn Breaking Me Up losdonnerte.

Listen: Wes Grundes?

Das Ende dieses und damit der Anfang des nächste Jahres nahen, doch ich mag noch nicht so recht nach vorne schauen. Je früher bereits die Alben 2008 ausgerufen werden desto ausführlicher möchte ich Bestandsaufnahme machen, vielleicht weil mir Musik dann weniger wie eine flüchtige Saisonmode vorkommt die im nächsten Jahr weggeschmissen wird und mehr wie der Begleiter, die Bereicherung die sie in den vergangenen Monaten für mein Leben war. So ist es also wieder an der Zeit die angesammelten Gedanken und Emotionen zusammenzufassen, das angemessen in den Vordergrund zu rücken was anderswo nicht genug gelobt wurde und ja, die Lieblingsalben in eine gewisse Reihenfolge zu bringen. Auch wenn es gewiss nicht leicht war.

Die große "Aussage" einer Platzierung ist für mich einfach diese: wenn ich mir selber diese Platten zum Kauf empfehlen würde, welche würde ich als erste empfehlen? Welche als zweite, dritte, fünfzigste? Denn das, so habe ich festgestellt, ist für mich das beste Kriterium ob ich ein Album gerne wiederholt hören würde: Bin ich bereit mir die CD anzuschaffen. So erhebt diese Liste denn auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es finden sich z.B. sehr gute Platten wie die von Iron & Wine oder Okkervil River nicht wieder die ich zwar wirklich gut gemacht finde aber für die ich einfach (bisher) keinen echten Enthusiasmus aufbringen kann. Und ich möchte einfach nichts empfehlen das ich mir nicht selber zugelegt habe.

2007 war ein großartiges Jahr für Musik, für mich das beste des bisherigen Jahrzehnts. Jede meiner diesmaligen Top 50 Alben hätte sich in vergangenen Jahren mühelos in den Top 25 wiederfinden können, jede der Top 20 in den Top 10 oder gar Top 5. Weswegen eine kürzere Liste auch ungerecht schien. Es gab Platten die meine Ohren in völlig neue Richtungen lenkten, so finden sich in der Liste u.a. zwei orchestrale Ambient-Alben und ganze vier Italo-Scheiben, alle ganz ganz toll. Stilistisch dominant aber war ganz klar ein Haufen großartiger amerikanischer Rockalben, wohlgemerkt nicht der Altherrensorte, die die in der Hinsicht zunehmend im Mittelmaß versinkende britische Insel unwichtig erscheinen ließ.

Jetzt aber genug geredet, gleich geht es hier los mit den ersten von 70 Platten die ich einfach nicht unerwähnt lassen konnte. Diesmal in etwas kürzeren Teilen, dafür samt Hörbeispielen. Wir sind ja hier schließlich im Internet.

Die neue Sunset Rubdown..

..läuft hier jetzt seit ziemlich genau 36 Stunden nahezu im Dauerbetrieb und ist nicht nur wie erwartet großartig sondern wird immer. noch. besser. Ich bin im Krug-Himmel. Schon wieder.


Sunset Rubdown - For The Pier (And Dead Shimmering)

Britboys Aloud

Nicht nur weil ihre Songs, beginnend bereits mit den Surfgitarren ihrer ersten beiden Singles, oft prominent Gitarren enthalten sind Girls Aloud eine Popband die an Rock gewöhnten Hörern gefallen kann. Die Songs der erfolgreichsten britischen Girlpopband aller Zeiten haben auch oft die Struktur und den Drive eines Rocksongs, und so ist es kein Wunder dass sich umgekehrt britische Rockbands unter ihren Fans finden. Erst war es nur Anerkennung, wie als die Arctic Monkeys sich mit einem eher charmearmen Cover von Love Machine als Fans outeten, doch jüngst zeigen sich zwei der bekanntesten britischen Gruppen der letzten Jahre beeinflusst von und auch kooperationswillig mit Girls Aloud.

Franz Ferdinand wählten sie als Backinggesang für das synthlastige Sound And Vision und machten das Bowie-Cover so zu einem der wenigen hörenswerten Beiträge zur überwiegend garstigen BBC Radio 1-Jubiläumscompilation (ein weiterer war Girls Alouds neu eingespieltes Teenage Dirtbag das wie schon ihr Cover von I Predict A Riot einer überspielten Radiorocknummer neues Leben einhaucht, wenn auch ein Stück entfernt von der Klasse ihrer eigenen Songs ist).
Noch weiter gehend ist dass sich Franz Ferdinand nun von Xenomania, dem genialen Produzententeam um Brian Higgins und Miranda Cooper das seit dem zweiten Album ein fester Bestandteil von sämtichen Veröffentlichungen Girls Alouds ist, ihr drittes Album produzieren lassen, ein Zusammentreffen von Poprock und Rockpop das mir doch tatsächlich Grund gibt wieder auf ein Album von Franz Ferdinand neugierig zu sein.

Schließlich sind da Bloc Party, ihre neue Single Flux scheint mit ihrem stampfenden Vorwärtsdrang und dem vocoderverzerrten Gesang stark an Girls Alouds letzten beiden Singles angelehnt zu sein (wobei deren Sexy! No No No einen weitaus innovativeren, regelrecht seltsamen Aufbau hatte). Und schon in den knarzigen Radiomitschnitten kommt mir Flux weitaus besser produziert vor als das laffe Weekend In The City, vielleicht können ja diese Schritte in Richtung des in den letzten Jahren meist interessanteren britischen Chartpops den in diesen Jahren so enttäuschenden britischen Gitarrenbands neues Leben einhauchen. Wobei sie sich damit ihre Konkurrenz selbst gewählt hätten, in einem Monat erscheint nämlich Girls Alouds viertes Album Tangled Up über das ich wie bei keinem anderen in diesem Jahr bange ob es eine triumphale Fortsetzung oder totale Katastrophe wird.

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