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Gedankliches

The Decline Of Western Civilization Part IV: The Twitter Years

Ach ja, lauft um euer Leben, versteckt eure Töchter, vergesst nicht den Herd auszuschalten etc., ich bin jetzt auch auf diesem Twitter an- und aufsässig. Erst hatte ich nur nen Account angelegt um meine Lieblingsmusiker und -labels bequemer stalken zu können, aber es hat sich schnell als bequem erwiesen um aktuelle Links und kurze Gedanken zu posten. Und seit Anfang des Monats versuche ich mich auch noch an täglichen Mini-Texten zu einzelnen Songs (genau genommen stehen dort dafür weit weniger als 140 Zeichen zur Verfügung, mit Künstler und Titel und #sotd-Tag und Link bleiben allerhöchstens 100 über) die hier sonst auch oft keine Erwähnung finden.

Werden neue CDs billiger?

Ich finde das Beklagen angeblich zu hoher Preise für neue CDs schon länger etwas überzogen, denn obwohl der "Standardpreis" für moderat bis wenig populäre Alben in der letzten Zeit auf 17.99€ stieg hatte ich vergangenes Jahr mit ein wenig Sucherei für Neuerscheinungen im Schnitt nur knapp über 15€ bezahlt. Wenn ich mich für viele Top100-Alben interessierte wäre die Zahl sogar noch niedriger, aber gerade fällt mir auf dass die Neuerscheinungen aus dem Independent-Sektor alle ziemlich billig geworden sind.

Das begann als ich mich letzte Woche im Plattenladen (einem echten, keinem Saturn-mäßigen Großhandel) umguckte: Animal Collective, Telepathe, Sky Larkin, Dälek, Klez.E, Thursday, alles was mich interessierte entweder 14 oder 15€. Und ein Blick auf die kommenden vier Wochen auf Amazon ist noch krasser, ich liste hier wohlgemerkt alles auf was mich interessiert, das ist keine Selektion der besonders billigen Alben:

These Are Powers - All Aboard Future: 15.99€
Pop Ambient 2009: 14.99€
Urlaub In Polen - Liquid: 14,99€
The Pains of Being Pure at Heart - s/t.: 14,99€
Malajube - Labyrinthes: 11.99€ (!)
Asobi Seksu - Hush: 14,99€
Mi Ami - Watersports 13,99€
Handsome Furs - Face Control: 15,99€
Land of Kush - Against the Day: 14,99€
The Long Blondes - "Singles": 13,99€
Bishop Allen - Grrr…: 15,99€

Das macht einen Schnitt von unter 15€, selbst experimentellere Geschichten wie These Are Powers (deren erstes Album noch für 18 raus kam) und Mi Ami liegen deutlich unter dem Standardpreis. Das sind natürlich nur vorläufige Preise bei einem einzigen Großhändler, aber erfahrungsgemäß sinken die dort bis zum Erscheinen eher noch als dass sie steigen und bei den bisherigen Erscheinungen decken sich die Preise auch mit denen im Laden.

Finde ich durchaus bemerkenswert, zusammen damit dass auch alles was mich interessiert vorab als Stream zu hören ist ist die Lage zur Zeit (zumindest aus Sicht dieses einzelnen Hörers) so gut wie nie. Bei Vinyl sieht es wohlgemerkt etwas anders aus, da fluktuieren die Preise wild zwischen 11 und 20 Euro für Neuerscheinungen. Aber zumindest Schnäppchen kann man auch da machen.

I Has A Tumblr

Kurzer Verweis: Jetzt wo ich mit meinem neuen MP3-Player beim Baden im Netz surfen und jeden Klobesuch livebloggen kann (we're living in the future baby!) wird's wohl mal Zeit dieses Internet-Aufzeichnen unnötig auszudehnen. Voila also, die merkbefreite Müllhalde für alles was mich noch so außer Musik interessiert, vorrangig Film, Essen, Graphische Novellen Comics (fuck Snobismus) und komischer Kram. Der erste Eintrag setzt meines Erachtens den Standard für Kommendes.

Cinema X Musica

Die vergangenen Ferientage gaben zwischen Fress und Feier auch mal wieder richtig Gelegenheit sich dem Film zu widmen, komischerweise gab es da direkt bei drei Streifen hintereinander musikrelevante Entdeckungen zu machen:

- Zum zweiten Mal Fight Club gesehen und jetzt erst kapiert dass Kettcars Academy die Kino-Rede von Edward Norton sampelt. Dooh.

- In einem irrsinnigen Zufall kurz nachdem ich mir Kate Bushs Hounds Of Love zugelegt habe ohne es zu wissen den Film gesehen aus dem das "It's in the trees!"-Sample zu Beginn stammt (Night Of The Demon, herrlich oldschool). Apropos Hound Of Love, ist das etwa dieses Jahr an der Reihe wiederentdeckt zu werden?

- Und dann ist da noch der richtig richtig gute (und wie ich gerade las sich vielleicht bald in die Criterion-Collection einreihende) The last Days of Disco mit tollem Drehbuch und Ensemble. Chloë Sevigny! Kate Beckinsale als sie noch schauspielerte! Matt "Middleman" Keeslar! Jennifer Beals! Wilson aus House! Chloë Sevignys Bruder aus Big Love! Öhm, ganz viele Leute von denen man nie wieder was gehört hat!

Darüber hinaus aber hat der Film einen anhörlichen Soundtrack über den ich auch endlich einen Song identifizieren konnte nach dem ich jetzt ohne Scheiß 20 Jahre lang gesucht habe: Dolce Vita war auf einem falsch verpackten Mixtape in einer Kiste von Hörspielkassetten die mir meine Eltern als Kind gebraucht gekauft hatten. Diese Kassette mit ihren fantastisch fremd wirkenden Klängen (u.a. mit Thriller von Michael Jackson und Everything Counts von Depeche Mode) war meine erste formative Begegnung mit Popmusik und ich schwöre irgendwann werde ich mal alle unvergesslichen Songs davon wieder finden, zumindest die Wurzel meiner Italo-Zuneigung habe ich nun also identifiziert.

Und Der Ganze Dreckige Rest Aus 2008

Ein paar wenige Nachträge bevor's hier wieder nach vorne geht:

Beste WTF-Jahrescharts: Die Lieblingsplatten der Zeit-Leser. Ja, ich musste auch erst googeln, 1A Trollerei.

Der AV Club punktet auch groß mit Jahresendlisten, 2008: The Year In Band Names und The Least Essential Albums Of 2008

Ben Sisarios Liste unorigineller Bands

Schönste Tonträger-Verpackung: Hatchback - Colors Of The Sun von Non-Format. In Echt sieht das noch weitaus besser aus, fantastisch abgestimmte Farbton-Kombo der viel Freiraum gegeben wird.

Konzert des Jahres: FIREINTHEHOLE, FIREINTHEHOLE, FIREINTHEHOLE, OH-OH!

Remixe des Jahres: Alles von Studio und Aeroplane.

Blog des Jahres: XXJFG

Webseite des Jahres (trotz des untrigen Bullshits): Pitchfork.tv

Songs des Jahres (Kann ich mich erstmalig zu rumringen, mit dabei sind sowohl Einzelstücke als jene welche ich gefühlt öfter einzeln als im Albumkontext gehört habe):

Aeroplane & Kathy Diamond - Whispers
Air France - Collapsing At Your Doorstep
Be Your Own Pet! - Becky
Cheap Time - People Talk
Deerhunter - Nothing Ever Happened
Die Kollaboration von !!! und The Field von der ärgerlicherweise seitdem das Originalvideo online gestellt wurde die ersten paar Minuten abgeschnitten wurden, was soll denn das? Zum Glück bin ich ja 1337, hier geht's zu den ganzen 13 Minuten.
Eine Kleine Nachtmusik - La Serenissima
Girls Aloud - The Loving Kind
Jay Reatard - I'm Watching You
Ponytail - Celebrate The Body Electric (It Came From An Angel)
School Of Seven Bells - My Cabal
The Juan Maclean - Happy House
The Long Blondes - I'm Going To Hell
The Magnetic Fields - California Girls
Volcano! - Palimpsests
Wolf Parade - California Dreamer
Zola Jesus - Rester

Zum Vergleich übrigens ganz interessant meine last.fm-Charts in den Kommentaren bei Spreeblick, die Unterschiede kommen vor allem daher dass dort unterwegs und weder auf CD noch Mp3 gehörte Sachen gar nicht einfließen und Vorab-Mp3s dafür übermäßig.

I'd do anything, sing songs that lovers sing

Alrighty, gleich geht's hier wieder mit dem gleichen Mist wie jedes Jahr los. Erstaunlicherweise mit genau so vielen Platzierungen wie '07, ich hatte im Gedächtnis hängen dass ich da eine 77er-Liste hatte aber offenbar ist mein Gedächtnis Müll und ich habe zwei Jahre hintereinander ziemlich genau gleiche viele Scheiben gekauft. Einzige Änderung ist also dass ich wo auffindbar auch direkt einen Link zum (meines Wissens legalen) Albumstream gesetzt habe, die sind mittlerweile wirklich weit verbreitet, ansonsten ein (legales, yadda yadda yadda) Hörbeispiel in Mp3- oder Videoform. On y va!

Warum Jahrescharts scheiße sind

Die ersten britischen und amerikanischen Musikmagazine haben bereits die Listen ihrer Lieblingsalben 2008 veröffentlicht, und wie jedes Jahr werden die Ergebnisse internetweit mit viel Unmut aufgenommen. So viele mittelmäßige bis überdurchschnittliche Platten, so viele Punkte in denen sich die Listen kaum ähneln, ist das wirklich alles was es dieses Jahr Hörenswertes gab? Bevor man beim Vorfinden von Vampire Weekend, Fleet Foxes, TV On The Radio und Bon Iver in jeder ähnlich öden Liste zu stöhnen und abwinken beginnt sollte man sich aber überlegen ob man die Natur der Jahrescharts nicht etwas falsch verstanden hat, das Endergebnis lässt nämlich seltener auf die vermeintlich unoriginellen Ersteller dieser Listen schließen als vielmehr auf deren Entstehungsweise.

Beispiel Vampire Weekend. Eine Band die fast jedem Autor eines (Pop-)Musikmagazins Ende 2008 bekannt sein dürfte, hat ein gutes, eingängiges Album gemacht das man sehr leicht mögen kann auch ohne jemals von Afrobeat gehört zu haben. Werden es viele die für die Jahrescharts nach ihrem Input gefragt werden als das beste Album des Jahres ansehen? Wohl kaum. Wird es in fast allen Jahrescharts prominent vertreten sein? Garantiert. Warum? Mathematik:

Nehmen wir mal ein fiktives Pop-Blatt (im Gegensatz zu Genre-spezialisierten Rap- oder Metal-Publikationen z.B.) an das seine 50 Autoren nach ihrer Meinung befragt, und zwar in Form einer Liste mit ihren 20 Topalben 2008. Ich würde davon ausgehen dass sich eine Konsensband wie Vampire Weekend in mindestens 25 dieser Listen vorfindet, sagen wir aber mal ganz vorsichtig nur mit einer durchschnittlichen Platzierung von 15. Jetzt kommt es auf die Methodik an mit der die einzelnen Kritikerlisten ausgewertet werden, hier mal ein einfaches, ungewichtetes Punktesystem bei dem Platz eins 20 Punkte erhält, Platz zwei 19, usw. bis Platz zwanzig 1 Punkt.

Das gibt 6 Punkte für Vampire Weekends durchschnittlichen Rang 15, bei 25 Stimmen also 150 Gesamtpunkte. Das sieht jetzt nicht nach soo viel aus wenn mn bedenkt dass maximal 1000 Punkte zu holen sind. Doch um dieses Ergebnis zu übertreffen muss ein Album nicht nur höhere Punktzahlen von den einzelnen Kritikern bekommen, es muss vor allem von genügend vielen überhaupt erst mal gehört worden sein. Nur wenige sind wie Vampire Weekend auf einem großen Label welches sie das ganze Jahr lang durch Internet, Magazine, Radio, TV, Tour, Werbe-, TV- und Filmsoundtracks u.a. bekannter gemacht hat.
Nehmen wir also mal hochoptimistisch an dass 10% der Autoren sich geschmacklich auf einen weniger bekannten Künstler und dessen Album einigen können und letzteres so überwältigend gut finden dass sie es alle auf Platz 1 ihrer Listen haben. Damit erhält das Album ganze 100 Punkte, gerade mal zwei Drittel von Vampire Weekend die mit einem Durchschnittsrang 15 in den Einzellisten von niemandem als ebenso gut erachtet werden aber einfach mehr Stimmen bekommen haben.

Das ist natürlich nur die simpelste Möglichkeit der Bewertung, man kann z.B. so gewichten dass bei selten aber hoch gelisteten Alben die Punktzahlen aufgewertet werden und umgekehrt, je mehr Einzellisten es gibt desto unwahrscheinlicher wird es aber in der Regel dass ein Album das keinen breiten Geschmack trifft es weit nach oben schafft. Die weit verbreitete (und in der Theorie gar nicht so schlechte) Grundidee aus vielen Listen einen Schnitt zu bilden ist dann auch der Grund warum es in derartigen Listen letztendlich kaum Überraschungen geben kann. Solche Jahrescharts sind keine klaren Ermittlungen der wie auch immer "besten" Alben in einem großen Kritikerkonsens, sie sind ein Kompromiss in den Popularität überproportional groß einfließt und zu oft diejenigen belohnt die am wenigsten anzuecken wissen (*hust* Fleet Foxes *hüstel*).

Deswegen sollte man, wenn man aus Jahrescharts lernen möchte was man vielleicht dieses Jahr noch an guten Dingen verpasst hat, anstatt sich über die große Liste zu ärgern lieber die Lieblingsalben der einzelnen Abstimmenden durchgehen (sofern sie denn verfügbar gemacht werden), dort gibt es so gut wie immer Erfreuliches zu entdecken. Und falls es an dieser Stelle noch nicht klar sein sollte: Die Überschrift war natürlich nicht ganz ernst gemeint, es gibt auch Magazine on- wie offline die die Sache anders aufziehen und nicht zuletzt mach ich mich ja bald selber wieder gerne an meine eigene Liste.

Eine Mix-CD ist kein CD-Sampler

Via Nico kam ich auf den Eintrag ein CD-Sampler ist kein Mixtape in dem mal wieder die Idee aufgewärmt wird dass Mix-CDs doch völlig seelenlos und im Gegensatz zu Mixtapes in Sekundenschnelle mühelos zusammengestellt seien. Das ist natürlich eine völlig egozentrische und subjektive Darstellung.

Mein letztes Mixtape (vor vieeelen Jahren) war z.B. ein Urlaubssampler den ich für mich selber gemacht habe und eine Arbeitsinvestition von insgesamt ner Minute. Kassette rein, 5 CDs in die Kompaktanlage eingelegt, auf Aufnahme gedrückt und das Prozedere nach ca. 20 Minuten noch 2-3mal wiederholt, fertig war das Mixtape. Nur weil der Mix auf einem bestimmten Medium ist kann man doch keine Rückschlüsse auf die physische und emotionale Investition des Machers ziehen! Zumindest wenn ich eine Mix-CD mache dauert das seine Zeit und Kunst, das läuft nämlich in etwa so ab:

1. Motto, Konzept o.Ä.
Es beginnt meistens mit einer Grundidee wie "Ich frage mich was passiert wenn man einen Mix aus abwechselnd Metal- und Folksongs macht" oder "Erste Hälfte sonnige Songs, zweite Hälfte Nachtmusik" oder auch ein gemeinsames Thema oder nur gewisses Feeling das man bei völlig unterschiedlichen Stücken ausmacht und dieses mit anderen auszuloten versucht. Dann beginnt der Brainstorming-Teil, das Sammeln von 15-25 Kandidaten meist noch ohne Reihenfolge, und da ich keine zentral digitalisierte Sammlung habe bedeutet das die müssen eben erst mal alle von CDs kopiert werden. (Zeitaufwand: mindestens anderthalb Stunden)

*** Die goldenen Auswahlregeln ***
- Keine zwei Tracks vom gleichen Interpreten in einem Mix
- Ein Künstler darf allerdings zusätzlich einmal als Remixer vertreten sein
- Kein Track der schon mal in einem Mix war

2. Assemblierung
Dann wird erst mal gehört, kreuz und quer, komplett oder nur kurz, um das Gefühl für eine erste grobe Struktur zu bekommen. Dabei erkennt man schon welche Stücke einfach überhaupt nicht reinpassen, welche man ungefähr zusammen gruppieren müsste um sinnvoll von Stimmung X zu Stimmung Y zu kommen, was es für aufregende/subtile/lustige Parallelen zwischen Stücken gibt oder mit viel Glück auch schon mal tolle Übergänge von einem Track zum nächsten (mein Favorit dieses Jahr: School Of Seven Bells' Connjur zu Hold On To Me, Baby von Air France. Göttlich, insbesondere im Kontext des Mixes) die für den Rest des Prozesses zusammen bleiben, das passiert aber selten so schnell. Hierbei gibt's natürlich auch immer die Zeitbeschränkung von 74 oder 80 Minuten die man möglichst schon ungefähr hier einhalten sollte. (Aufwand: je nachdem wie gut die intuitive Vorauswahl war zwischen 30 und 120 Minuten)

3. Ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren!
Jetzt geht's ans Eingemachte. Man kann am Anfang beginnen, am Ende oder einfach irgendwo, jedenfalls wird nun die erste komplette Trackliste erstellt bis erst einmal alle Sachen drin sind. Und hört man sich halt alles an, mehrmals von Anfang bis Ende, geht immer wieder zurück und guckt was am besten klappt. Neben der Gesamtnarrative die durch die Anordnung der Stücke entsteht ist hier auch der Blick fürs Detail wichtig: zwei Stücke können noch so gut zueinander passen, wenn das Ende vom einen nicht mit dem Anfang vom anderen harmoniert klappt es halt oft einfach nicht. Insbesondere bei stark unterschiedlichen Tracks ist zudem die Pause zwischen den Stücken wichtig, extra lange Pausen können genau so wirksam sein wie überraschen schnelle Übergänge, hier hab ich mittlerweile sogar angefangen die Stücke selbst am Ende oder Anfang zu editieren wenn zu lange Pausen sonst die Stimmung zerstören würden.

Dies ist wirklich der unvorhersehbarste Teil, unter zweimal komplett durchhören hab ich's noch nie geschafft, in der Regel dauert's aber insgesamt mindestens doppelt so lang. Am Härtesten war's letztes Jahr, da hab ich einen kompletten Nachmittag nur mit Sequenzieren und Editieren verbracht (Warnung an alle: das Konzept "die besten Rockalben '07 treffen Justice & Cos Elektrogeboller" ist eine ziemliche Schnappsidee!!). (Aufwand: mindestens anderthalb Stunden, Ende offen.)

So, und deswegen läuft in mir die rote Glut hoch wenn ich Sätze lese wie "Mix-CDs sind was für Faule". Der Empfänger kann sich bei mir genau so sicher sein dass hier jemand Herz, Schweiß und Zeit rein investiert hat wie bei einem Tape, egal ob man dabei nun rumspulen muss. Was zählt ist ja wohl immer noch das Resultat: Eine individuell zusammengestellte, wahrscheinlich einzigartige, zusammenhängende Sammlung von Musikstücken die sich irgend jemand gerne anhört. Nennen wir's mal einen Mix.

ZOMG I Am Ould

Jugendrock: 1000 Robota aus Hamburg poltern gegen Tocotronic

OK, in dem Alter hätte ich die heutigen Tocotronic, Kettcar und Tomte auch nicht gemocht und das ist ja eh ein Hamburger/Carpaccio-Vergleich und PR statt substanzielle Auseinandersetzung, aber wenn die ersten Kids auftauchen die sich eine Lieblingsband deiner Jugend als Feindbild auserkoren haben ist es schon schwer dich nicht furchtbar alt zu fühlen. Wenigstens kann man grantelig den Gehstock schwingen und irgendwas von "die Jugend von heute, keine Ahnung, seid doch nur neidisch auf Freiburg, grmbl, ...But Alive, au mein Rheuma" faseln.

Eh, aber nächste Woche spielen ja Lichter, die treten den Beweis an dass man sehr wohl noch post Tocos Lieder schreiben kann.

I've Made A Huge Mistake

Habe gerade Remember von The Fiery Furnaces zum ersten Mal komplett gehört.
Alle 132 Minuten an einem Stück.
Jetzt Migräne.
Au.

Update: Haha, hätte ich mal besser die Rückseite der Hülle vorher studiert. Da steht unten Rechts der ziemlich gut lesbare Warnhinweis "Please Do Not Attempt To Listen To All At Once". Auch ganz groß: der Beipackzettel der einen zum Erraten der Trackliste ermuntert die nirgendwo auf der Hülle abgedruckt ist. Und: das Artwork ist eine derartig stilisierte Typographie des Albumtitels dass ich ohne die Skiizzen niemals drauf gekommen wär. The Friedbergers appeal to people as obsessive as themselves [...] who like their meanings at least partly buried, who pride themselves on knowing the codes, but don't mind not getting everything, because it gives them more work to do. Indeed.

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elfenbeinturm (Gast) - 8. Dez, 04:06
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Ich habe jetzt den richtigen Link zum Sampler eingefügt....
uliuli - 29. Nov, 09:15
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Finde Oneohtrix auch super und habe mich auf den von...
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