Gedankliches

Ich, Anderswo (VIII)

Erstmal zu meinem Zweitblog: Aus irgend einem (oder auch ohne?) Grund hat Tumblr sämtliche Musik bis kurz vor Jahresende entfernt. Nachdem ich zuerst dachte, das sei ein kurzzeitiger Defekt, hab ich die Hoffnung nun aufgegeben und die Stücke soweit verfügbar mit Soundcloud-Embeds oder Direktlinks zu Youtube etc. ersetzt. Was erstaunlich gut geklappt hat, wenn man bedenkt, dass die Sachen so alt sind dass sie noch nicht mal in der Hype Machine eingetragen waren.

Ansonsten hatte ich im vergangenen Quartal die Ehre, für die "Woher kennst du eigentlich die Beatle?"-Reihe zu schreiben und hab mich natürlich auch wieder (überwiegend) rezensionsmäßig betätigt:

The Coathangers – Larceny & Old Lace
Milk Maid – Yucca
Guillemots – Walk The River
The Horrors – Skying
Little Dragon – Ritual Union
Musikecho: Southern Shores vs. Wes
Moonface – Organ Music Not Vibraphone Like I’d Hoped
Pure X – Pleasure
Male Bonding – Endless Now
St. Vincent – Strange Mercy
Clap Your Hands Say Yeah – Hysterical
Unerreichte Visionäre: Disco Inferno
Walls – Coracle
Plaid – Scintilli
Zola Jesus – Conatus

Mein neues Blog: Auf den zweiten Blick

Hier läuft natürlich alles weiter wie immer, aber seit einigen Monaten tauchen langsam die ersten Einträge meines Tumblr-Projektes Auf den zweiten Blick auf. Ab gestern geht's dort nun richtig los, einen Eintrag täglich kann ich schon mal mindestens für die nächsten fünf Wochen versprechen. Was das alles soll steht dort oder auch hier:

Den heißen Scheiß von heute gibt es überall, auf Tausenden von Musikblogs kann man sich mittlerweile mit soviel Musik jeglicher Art eindecken wie man lustig ist.

Doch was passiert mit den Mp3s, die auch nach mehrmaligem Anhören nicht in die feste Sammlung wandern, nicht durch physische Exemplare ersetzt werden, sondern einst beiseite gelegt nun in einem Ordner digital dahinvegetieren?

Dieses Blog soll Revision und Reflektion sein, indem ich meine lose angesammelten Mp3s von vor 5 Jahren der Reihe nach durchhöre und dabei auf Kurioses, unerwartet Relevantes, vergessene Schätze und überschätzte Mittelmäßigkeit stoße.

Ich und Vinyl

Ich fürchte ich kann es nicht länger verdrängen: Ein neuer Lebensabschnitt hat für mich begonnen. Nein, ich bin nicht verheiratet, schwanger, umgezogen oder was normale Menschen sonst so unter einschneidender Veränderung auffassen, vielmehr habe ich mir vor ein paar Wochen meine erste eigene Schallplatte gekauft. Nach 20 Jahren CD-Treue, an der MP3s bis heute nicht zu kratzen wussten, bin ich nun doch noch eingeknickt und habe mich einem weiteren Tonträgerformat zugewandt. Dass mit Matthew Friedberger und Los Campesinos! gleich zwei meiner Lieblingsmusikschaffenden eine Reihe Vinyl-exklusiver Veröffentlichungen starteten, war der finale Dammbruch nachdem in letzter Zeit immer mehr Kleinlabels daran gekratzt hatten.

So war denn auch der Tonträger, der mein bescheidenes Second-Hand-Setup einweihte, das physisch nur auf Vinyl bekommbare Night Dolls With Hairspray von James Ferraro. Für ein hörbares Aha-Erlebnis denkbar ungeeignet, ist es doch derart aufgenommen, dass es in jedem Format gleich billig klingt. Dafür fiel etwas anderes auf, nachdem ich das Paket aus Übersee geöffnet hatte: Mann sind die Dinger groß. Natürlich hatte ich sie schon immer in den hinteren Wühlkisten oder im Schaufenster von Plattenläden gesehen, aber so richtig merkt man die Dimension dieses Formates erst, wenn man sich mit den eigenen Händen durch eine Kiste voll davon durchfingert und Motive wiedererkennt, die der eigene Computerbildschirm nicht größer darstellen könnte. Man ist geradezu gezwungen, bei manchen Covern etwas Abstand zu nehmen, weil sie allein anhand ihres oberen Drittels nicht zu erkennen sind, erst in Gänze wahrgenommen werden.

Diese Größe ist allerdings auch nicht rein positiv. An CD-Covern kann ich, auch wenn ich mir manchmal den Blick ins Detail wünschen würde, darauf zählen dass sie stets scharf umrissen sind. Bei Vinyl scheinen mir die Motive oft zu deutlich als Druck erkennbar, entweder sind die Quellbilder nicht groß genug gewesen oder führt auch die Kombination von Farbe, Drucktechnik und Trägermaterial zu keinem überzeugenden Ergebnis. Das ist natürlich nur der Nebengrund, warum man eine Platte vor dem Kauf erst einmal physisch begutachten sollte, wichtiger ist die Frage des Klangs. Zunächst mal kann ich aus direkten Vergleichen selbst mit meiner Billigausrüstung sagen: Ja, die Musik klingt auf Vinyl, nicht nur im Bass "voller" als ihre digitale Version. Aber immer besser? Nein. Wer sowas behauptet, hat noch nie eine Schallplatte gehört, die schlecht (sprich: nicht für Vinyl) gemastert wurde, außerdem finde ich es vor allem bei sauberst durchproduzierter Popmusik etwas unsinnig, die digitale Glattheit durch ein fehlerhaft verzerrendes Medium zu makeln.

Ein weiterer Punkt, warum ich nicht generell auf Vinyl umsteigen werde, ist der Preis. Vor allem beim Import läuft da schnell einiges zusammen, Labels wie Paw Tracks, wo mich die Reissue von Ariel Pinks House Arrest lächerliche 13€ kostete sind doch eher die Ausnahme - viele verlangen allein schon für den Versand soviel. Das ist ja schon verständlich, nur fielen mir z.B. die Augen ausm Kopf, als ich mich mal bei Mexican Summer umguckte. 26 Euro für ne 4-Song-EP? Öhm ja, nö. Zudem sind solche Boutique-Labels oft große Anhänger von farblichen, durchsichtigen oder sonstwie Gimmick-Pressungen, die - zumindest nach allem was ich gelesen habe - in Sachen Klangqualität und Verschleiß bedenklich sind.

Am Auffälligsten aber ist der interaktive Teil der Hörerfahrung, an den ich vorher kaum gedacht hatte. Das Hören von Vinyl lässt einen fast zwangsläufig anders über Musik denken, sie anders erfahren, schon allein der Bewegungsablauf zum Austauschen der Tonträger gestaltet sich zu einem intuitiv erlernbaren Ritus. Mein Plattenspieler steht so entfernt, dass ich die Aktivität der Nadel nur übers Hören nachvollziehen kann. Ohne digitalen Mitzähler, ohne Abspielsoftware habe ich keinen visuellen Indikator dafür, wann ein Track beginnt und aufhört. Ohne Mitverfolgen ist es mitunter schwer, den Namen des gerade laufenden Tracks festzustellen ohne mit der Plattenhülle in der Hand zum Spieler rüberzulaufen und einen Blick in die Rillenanordnung zu werfen, und selbst da bin ich mir nicht immer 100% sicher.

Auch ist das Pausieren nicht so komfortabel wie bei CD, Stream und MP3. Falls am Computer etwas die Aufmerksamkeit erregt und sofort angehört werden wil, muss ich erst zum Plattenspieler laufen und vorsichtig auf die Abhebetaste drücken damit der Tonarm beim Hochheben nicht horizontal zurückspringt, und selbst bei großer Vorsicht geht die Musik nie genau dort weiter, wo sie unterbrochen wurde. Anfangs hat mich das mitunter zur Weißglut getrieben, mittlerweile bin ich aber einfach geduldiger geworden und warte einfach etwas , bis das Ende der LP-Seite erreicht ist. Und das ist wohl die größte Ungewohntheit: Die Unmöglichkeit, ein Album an einem Stück durchhören zu können. Mindestens einmal muss die Platte umgedreht werden, bei Doppel-LPs erfordert sie gar dreimal das Eingreifen der Hörenden, spätestens alle 20 Minuten. Ich weiß nicht ob ich mir das bei einem Random Spirit Lover, das von seinem irren, nahtlosen Fluss lebt, antun möchte, bei allen anderen wird das Gewöhnen auch noch eine Weile dauern.

In jedem Fall aber hat Vinyl meine Beziehung zu Plattenläden erneuert. Hatte ich nach dem Ende des Normal nur noch gelegentlich Glück mit der Suche nach CDs, beginne ich nun erst so richtig die tolle Vinylkultur der Kölner Läden zu schätzen, deren Besuch ich vorher gescheut hatte (nicht immer gerechtfertigt, denn auch wo Schaufenster allein mit LPs gefüllt sind, findet sich meist eine gute CD-Auswahl). So werde ich mich morgen am Record Store Day sicherlich zum A-Musik begeben, der für Klänge abseits der Hauptspur eine echte Goldgrube ist und mir auch so einige ungewisse Importe in Zukunft ersparen dürfte, vielleicht erstmalig zum Kompakt, der mit Freibier lockt, sicher aber zum etwas mehr auf meine Indierock-Bedürfnisse ausgerichteten Parallel, wo ich mir letztens so erstaunt wie begeistert Destroyers Kaputt aus dem Regal schnappte. Warum nicht nach langer Zeit mal wieder dem Underdog einen Besuch abstatten, wo mir die letzten Jahre einiges an allein auf VInyl erschienenen Garage-Sachen entgangen ist?

Derartige Spontankäufe waren früher eine große Seltenheit, ich war immer Befürworter der akribischen Planung. Aber auch das könnte sich langsam durch Vinyl ändern, es hat einfach diese Aura der Entdeckung, der Neugier, die es mir auch fast egal machen, dass ich keinen Schimmer habe, welche der vielen Sonderveröffentlichungen morgen zu bekommen sein könnten (wobei zumindest A-Musik dieses Geheimnis bei sich gelüftet hat). Wichtiger als genau zu wissen, was es wo gibt, sind diese leichten Ungewissheiten: Die bevorstehende Entscheidung, ob ich mir Liturgys wuchtiges Aesthetica nun auf Vinyl oder CD holen sollte. Die Neugier, ob vielleicht irgendwo Julianna Barwicks The Magic Place auf Schallplatte zu finden ist obwohl es in Deutschland nur auf CD erschien. Vielleicht ist auch endlich Belongs Common Era nach längerer, die Erwartung aufs erste genüssliche Hören weiter steigernder Verzögerung angekommen. Vielleicht werd ich aber stattdessen auch eine überraschende Entdeckung machen. Ich freu mich in jedem Fall schon.

Ich, Anderswo (V) + Diverses Zum Jahresende

Als kurzer Zwischeneinschub bevor es so langsam in die Endrunde geht, die allquartärliche Zusammenführung meiner (überaus wenigen, wie ich gerade merke) andersortigen Aktivitäten. Neben den unten stehenden Beiträgen hab ich auch meine Stimme den AUFTOUREN-Jahrescharts begesteuert, zu denen ich zudem einige Texte verfasst habe. Auch ist meine Bestenliste in die zweite Ausgabe der "Top of The Blogs", der Umfrage unter deutschen Musikbloggenden, eingeflossen, die unter enorm respektablem Engagement und Arbeitsaufwand dieses Jahr Martin von Vinyl Galore übernommen hat.

Superchunk - Majesty Shredding
Solar Bears – She Was Coloured In / Inner Sunshine
Marnie Stern - Marnie Stern
How To Pass The Time - Atlas Sound und die musikalische Erinnerung

Und wo ich gerade so über frühere Texte gucke: Ein paar Alben, die ich bereits letztes (oder sogar vorletztes) Jahr in meiner Favoritenliste hatte, sind dieses Jahr auch in Deutschland veröffentlicht worden, darunter kürzlich das immer noch absolut großartige Debüt von jj das hierzulande leider zugunsten des mäßigen Nachfolgers unbeachtet blieb:

jj - jj n° 2
Nite Jewel - Good Evening
Andrew W.K. - Close Calls With Brick Walls

Zudem kommt im Januar nächsten Jahres über Cargo das Sacred-Bones-Programm raus (u.a. mit den großartigen ersten Alben & EPs von Zola Jesus und Blank Dogs) und im März endlich auch ceos White Magic - pünktlich zum Winterende (hoffentlich).

Musikstreams, Quo Vadis?

Wo ich mich dieser Tage neben denen, die ich mir bereits zugelegt habe auch durch die Alben zu hören versuche, denen ich nochmal eine Chance geben wollte, wär eine erneute Bestandsaufnahme von Quellen für legale Albumstreams angebracht. Der Service von last.fm wurde 2010 aus Kostengründen quasi eingestellt, kaum ein Label nutzt mehr Myspace, stattdessen vor allem Indies immer öfter Soundcloud um Alben vorab hörbar zu machen. Doch obwohl die Seite was einzelne Stücke angeht die Marktpenetration geschafft zu haben scheint hab ich immer noch ein paar Probleme damit, vor allem was die wenig brauchbare Suche angeht.

Aber was Alben angeht sind eh andere Seiten wichtig. An die Stelle von Steereo, das vor einem Jahr noch Potential zeigte und seitdem eingestellt wurde, ist das erheblich bessere Simfy getreten das sich besonders was Major-Material angeht hervortut. Zusammen mit dem für meine Bedürfnisse immer noch ungeschlagenen Deezer und dem besonders für britische Indie-Sachen guten We7, ergänzt durch Nischenmaterial auf Fina und Bleep (Boomkat bietet wohl leider keine kompletten Streams mehr an) oder das endlich auch durchsuchbare Bandcamp für Eigenveröffentlichungen bin ich zwar gewiss nicht wunschlos glücklich, aber kann doch leichter neue und alte Musik probehören als je zuvor. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, mir die neue Chemical Brothers zuzulegen, hätte ich sie nicht mal spontan auf Simfy angeklickt.

Aber auch Abstriche mussten gemacht werden, sofern sich Spotify nicht mal in vollem Ausmaß durchsetzt (woran ich immer noch zweifle, dazu sind zu viele auch nur halb so ambitionierte Modelle aus Kostengründen untergegangen, die legale Dienste nunmal nicht vermeiden können) sehe ich eine zunehmende Konzentration auf nationale Märkte kommen, bei denen Musik außerhalb des durch Labels und Vertriebe verfügbaren DE/UK/US-Angebots kaum präsent sein wird - was bei last.fm z.B. nicht der Fall war, da gab es herrlich viel asiatische Popmusik zu entdecken. Eigentlich absurd, sollte nicht das Internet mal mit all diesen Grenzen für jedermann Schluss machen, egal wie hoch die Nachfrage? Doch so lange Musik aus anderen Kulturen in der breiteren Musikrezeption nicht mehr als eine Modeerscheinung bleibt (oh hi Afrika), wird sich wohl auch nichts daran ändern dass eben nur ein Teil der besten Musik dieses Jahres online hörbar ist.

Der schlimmste Ohrwurm der Welt

Was macht einen guten - oder auch besonders schlimmen - Ohrwurm aus? In der Regel ist er eine Melodie, ein musikalisches Motiv oder auch nur eine Geräuschabfolge die zwar so simpel und eingängig ist, dass sie leicht ins Ohr geht, zugleich aber so speziell, dass sie nicht wieder aus dem Sinn geht und selbst nach einem ersten Verdrängen noch nach Jahren urplötzlich wieder auftauchen kann. Eine muntere, folkige Melodie, ohne ablenkende Geräusche drumherum munter auf einem Piano gespielt wäre zum Beispiel wohl geeignet, erst recht wenn sie wie ein Merrily We Roll Along ad infinitum auch als Endlosschleife spielbar ist.

Wenn das Motiv leicht variiert wird, durch Tonverschiebung oder auch nur eine kleine Modifizierung am Ende, lässt sich so auch ein etwas längerer Ohrwurm mühelos merken. Was selbst einen eventuell angenehmen Ohrwurm zu einem ungemein irritierenden Ärgernis werden lässt, ist wenn man diese Klänge immer wieder im Kopf zirkulieren hat, jedoch beim besten Willen nicht ihren Ursprung identifizieren kann. Eine wortlose Klangfolge stellt dabei schon mal direkt ein größeres Ärgernis dar, absurd schwer wird das ganze jedoch, wenn der Ohrwurm so ganz und gar nicht typisch für das sonstige Schaffenswerk seiner UrheberInnen ist und man so spontan die völlig Falschen dahinter vermutet.

Deswegen ist dies hier für mich der schlimmste Ohrwurm der Welt. Weil er sich über Jahre immer wieder im Hirn einhakte, ich ihn aber nach ewigem, verzweifeltem Raten und CD-Sammlung absuchen erst dann wiedererkannte, wenn ich einmal wieder das Album hörte auf dem er vorkommt - nur um's bis zum nächsten Einrasten wieder vergessen zu haben.



(Um Frustrationen vorzubeugen: hier gibt's die Auflösung)

Ich, Anderswo (IV) + Byte.fm Heute Abend

Die unregelmäßige Zusammenführung meiner andersortigen Aktivitäten, diesmal nicht nur mit Lesematerial: Heute Abend wird nämlich um 23 Uhr beim Musiksender Byte.fm innerhalb der Sendereihe Blog&Roll ein einstündiger Mix von mir zu hören sein. Natürlich mit Sachen, die hier in den letzten Wochen aufgetaucht sind, aber auch einer Handvoll meiner weniger bekannten ewigen Favoriten. Dazu begleitend haben mir die Macher ein Fragen gestellt:

Blog&Roll: Auf Ein Neues

Nachtrag: Die Playlist:
01. Street Chant - Scream Walk
02. Home Blitz - Is Anybody There?
03. Marnie Stern - For Ash
04. The School - All I Wanna Do
05. Coolrunnings - When I Got High With You
06. St. Vincent - The Neighbors
07. Shiina Ringo - Poltergeist
08. Sunset Rubdown - Winged/Wicked Things
09. Kendal Johansson - Blue Moon
10. Disco Inferno - Second Language
11. The Hundred In The Hands - Into It
12. Solar Bears - Neon Colony
13. School Of Seven Bells - Bye Bye Bye
14. Girls Aloud - Swinging London Town
15. These New Puritans - Attack Music
16. Zola Jesus - Rester

Und was sonst so war:

Wolf Parade - EXPO 86
Rezension: Sky Larkin - Kaleide
Jonas Reinhardt - Wider Die Entropie
Robota MIT Fotos: Drei Bands In Evolution
jj - Sommertraum Reloaded
Superchunk - Majesty Shredding
Solar Bears - She Was Coloured In / Inner Sunshine

The Decline Of Western Civilization Part IV: The Twitter Years

Ach ja, lauft um euer Leben, versteckt eure Töchter, vergesst nicht den Herd auszuschalten etc., ich bin jetzt auch auf diesem Twitter an- und aufsässig. Erst hatte ich nur nen Account angelegt um meine Lieblingsmusiker und -labels bequemer stalken zu können, aber es hat sich schnell als bequem erwiesen um aktuelle Links und kurze Gedanken zu posten. Und seit Anfang des Monats versuche ich mich auch noch an täglichen Mini-Texten zu einzelnen Songs (genau genommen stehen dort dafür weit weniger als 140 Zeichen zur Verfügung, mit Künstler und Titel und #sotd-Tag und Link bleiben allerhöchstens 100 über) die hier sonst auch oft keine Erwähnung finden.

Werden neue CDs billiger?

Ich finde das Beklagen angeblich zu hoher Preise für neue CDs schon länger etwas überzogen, denn obwohl der "Standardpreis" für moderat bis wenig populäre Alben in der letzten Zeit auf 17.99€ stieg hatte ich vergangenes Jahr mit ein wenig Sucherei für Neuerscheinungen im Schnitt nur knapp über 15€ bezahlt. Wenn ich mich für viele Top100-Alben interessierte wäre die Zahl sogar noch niedriger, aber gerade fällt mir auf dass die Neuerscheinungen aus dem Independent-Sektor alle ziemlich billig geworden sind.

Das begann als ich mich letzte Woche im Plattenladen (einem echten, keinem Saturn-mäßigen Großhandel) umguckte: Animal Collective, Telepathe, Sky Larkin, Dälek, Klez.E, Thursday, alles was mich interessierte entweder 14 oder 15€. Und ein Blick auf die kommenden vier Wochen auf Amazon ist noch krasser, ich liste hier wohlgemerkt alles auf was mich interessiert, das ist keine Selektion der besonders billigen Alben:

These Are Powers - All Aboard Future: 15.99€
Pop Ambient 2009: 14.99€
Urlaub In Polen - Liquid: 14,99€
The Pains of Being Pure at Heart - s/t.: 14,99€
Malajube - Labyrinthes: 11.99€ (!)
Asobi Seksu - Hush: 14,99€
Mi Ami - Watersports 13,99€
Handsome Furs - Face Control: 15,99€
Land of Kush - Against the Day: 14,99€
The Long Blondes - "Singles": 13,99€
Bishop Allen - Grrr…: 15,99€

Das macht einen Schnitt von unter 15€, selbst experimentellere Geschichten wie These Are Powers (deren erstes Album noch für 18 raus kam) und Mi Ami liegen deutlich unter dem Standardpreis. Das sind natürlich nur vorläufige Preise bei einem einzigen Großhändler, aber erfahrungsgemäß sinken die dort bis zum Erscheinen eher noch als dass sie steigen und bei den bisherigen Erscheinungen decken sich die Preise auch mit denen im Laden.

Finde ich durchaus bemerkenswert, zusammen damit dass auch alles was mich interessiert vorab als Stream zu hören ist ist die Lage zur Zeit (zumindest aus Sicht dieses einzelnen Hörers) so gut wie nie. Bei Vinyl sieht es wohlgemerkt etwas anders aus, da fluktuieren die Preise wild zwischen 11 und 20 Euro für Neuerscheinungen. Aber zumindest Schnäppchen kann man auch da machen.

I Has A Tumblr

Kurzer Verweis: Jetzt wo ich mit meinem neuen MP3-Player beim Baden im Netz surfen und jeden Klobesuch livebloggen kann (we're living in the future baby!) wird's wohl mal Zeit dieses Internet-Aufzeichnen unnötig auszudehnen. Voila also, die merkbefreite Müllhalde für alles was mich noch so außer Musik interessiert, vorrangig Film, Essen, Graphische Novellen Comics (fuck Snobismus) und komischer Kram. Der erste Eintrag setzt meines Erachtens den Standard für Kommendes.