Mono & World's End Girlfriend - Palmless Prayer / Mass Murder Refrain



Auf den ersten Blick scheint der Name der Kollaboration von Mono und World's End Girlfriend in der langen und stolzen japanischen Tradition sinnlos spektakulärer englischsprachiger Filmtitel á la "Warning! Exploding Awesome Of The Thankful 100000 Volt Dinosaurs," die oft wenig mit dem Inhalt zu tun haben, zu stehen. Aber das fünfgeteilte Palmless Prayer / Mass Murder Refrain hat durchaus was von einem (wenngleich düsteren) Gebet, insbesondere die ersten beiden Teile sind sehr von Streichinstrumenten dominiert die dem Ganzen etwas Sakrales verleihen.

Es durchzieht gar ein (neo?)klassisches Flair diese Platte, man hört wie diese Musik Note für Note mit Bedacht komponiert wurde, nicht wie es der moderne Rockmythos verlangt aus einer genialen Laune oder gar einer Jamsession entstand. Freunde der Klassik, die die Notenblätter ihrer Lieblingsoper auswendig mit dem Finger in der Luft malen können, könnten hier durchaus Gefallen dran finden. Ja, bieder klingt es schon fast, so denkt man. Und denkt. Und hört nicht mehr so richtig hin. Und irgendwann, wenn man nach einigen Minuten mal wieder die abgewanderten Ohren auf die Musik richtet die man neben dem was man sonst trieb fast völlig ignoriert hatte, da erwischt es einen mit voller Wucht.

Denn in Part 3 wird jeder Breitwand-Postrock-Fan finden was sein Herz begehrt, in einem ungemein langen Spannungsbogen bringen Mono & World's End Girlfriend das Stück nach oben, immer mehr Instrumente, Melodien tauchen auf, es wird lauter und lauter bis es irgendwann nur noch mit voller düsterer Schönheit grollt. Ob das der "Mass Murder Refrain" ist? Ab da ist man mit Ohren und Herz hoffentlich genug dabei dass man noch einmal zurückspulen und die herrlichen ersten beiden Stücke genießen kann.

Vielleicht drängt sich einem dann beim zweiten Mal auch in Part 2 der Eindruck auf, man würde durch eine Ruine wandern, hinter Säulen deren polierte Marmorfassade tiefe Katscher hat hört man das leise Wehklagen der Geister derer denen hier vor langer Zeit Unrecht widerfuhr. Man sieht die Bilder, die diese Ode an Dahingeschiedene erweckt. Doch gegen Ende entfliehen sie wieder langsam, um den Hörer ganz allein in Part 3 zu überführen. Der wird gefolgt von Part 4, einem wundervoll besungenen Erlebnis einer anderen Welt, und schließlich beendet Part 5 das Album mit dem (wieder mal) Schönsten was Mono jemals geschaffen haben, ein unvergessliches Hörerlebnis das einfach zu groß ist um es in Worte zu fassen. Göttlich, dieses Gebet. Göttlich, diese Band.