Nine Muses - Ticket

So sehr sich im koreanischen Pop EPs bzw. kürzere Alben bewährt haben, ist die gelungenste Veröffentlichung des ersten Quartals keine jener, die auf einen Schlag ein halbes Dutzend neuer Songs raushauen. In der Tat ist die erste Single auf Sweet Rendezvous so alt (August 2011), dass Nine Muses in der Zwischenzeit vom Sep- zum Oktett anwuchsen. Doch gerade diesen Songs hat die lange Marinierzeit gut getan, sind sie doch dermaßen maximalistisch ideengefüllter Pop, dass es für mich irre lang brauchte, um sie halbwegs vollständig zu absorbieren.

Wie in Ticket, das ohnehin schon in seinem kontinuierlich von Breaks und Claps aufgeriebenem Zucken nur so vorbeirauscht, sind fast immer zwei verschiedene Melodieläufe pro Instrument zugleich präsent, von letzteren sowieso mehrere simultan. Darauf kommen dann noch die Vocals, was die Instrumental-Versionen von Ticket und Who R U tatsächlich mal hochwillkommen macht. Hört man dort doch noch einiges an Details heraus, die in der vollen Frenetik glatt untergingen wie die immer wieder überraschend cartoonigen Randsounds (die Figaro-Ziehpfeife z.B.). Man versuche nur mal aufzuzählen, wie viele Elemente zwischen Bridge und Refrain hin- und herflitschen - die Surf-, Funk- und Begleitgitarren, die Haupt-Synthmelodie und diverse kleinere, Bläserbreak und -fills, die Beats, Handtrommeln, Claps, die Einzel- und Harmoniegesänge, die zwei(!) monotonen Spoken-Word-Parts/Raps ... ufftata.

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Stream: Royal Headache - Royal Headache

Da hab ich ja doch noch Glück gehabt, wo es schon nur noch als teurer Import/durch eBayerei zu bekommen schien hab ich noch ein Exemplar bei ihrem französischen Label abstauben können. Doch dieser Tage gibt's dann auch Nachschub, wenn Royal Headaches Debüt bereits auf Kontinent und Label Nummer drei bei What's Your Rupture? erscheint. Und sich allemal lohnt, 12mal flotter Powerpop bei dem Suffix und Präfix gleich valide sind, gekrönt von soulig innigem Gesang und unfimschiger Produktion haben nun schon mehrfach dazu geführt, dass ich die LP nicht nur einmal umgedreht habe.

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Miguel - Art Dealer Chic Vol. 3

Nachdem die ersten beiden Teile von Miguels EP-Serie überaus bunt gemischt ankamen, ist der dritte Teil von Art Dealer Chic nicht unbedingt der krönende, aber sicherlich der kohärenteste Abschluss - ohne dabei irgendwie eintönig zu werden. Das ältere Ooh Aah scheint glatt zur Deflektion von Imitator-Vorwürfen und zum Beweis eingestreut worden zu sein, dass er schon etwas länger auf dieser Spur fährt, so fügt es sich tatsächlich mühelos unter seine beiden neuen Eigenproduktionen. Im narkotisiert treibenden Space-Funk von Party Life lässt Miguels narkotisierte Stimme seinen fülligen Instrumentals mehr Entfaltungsraum, das John Lennon sampelnde Candles In The Sun, Blowin In The Wind glänzt aber vor allem durch das Arrangement seiner Filter-Vocals, die ebensogut als Textur wie als harmonischer Baustein herhalten.

[Stream] Miguel - Art Dealer Chic Vol. 3
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The KDMS - Wonderman

Hatte ich bislang nur die Ahnung, macht nun Wonderman schon fast nietfest, dass das kommende Debüt von The KDMS das werden wird, was das von Aeroplane hätte werden sollen aber leider nicht war. Denn ähnlich wie deren klassische Glückseligmacher verläuft die neue (und letzte Vorab-)Single von Kinky Dramas And Magic Stories, steigt von Regenbogen-Arpeggi umzirkelt mit Anlauf über Piano-Gitarren-Disco-Funk zum entladenden Höhepunkt an, in dem dann alles langgezogen nochmal mit doppelter Intensität einwirkt.

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